Während das Spiel der Deutschen wenig Form aufzeigte, wirkte Freundschaftsspielgegner Chile wesentlich eingespielter, geschlossener und gefährlicher. Das Manko der Südamerikaner war der Abschluss, der dem Löw-Team immerhin einmal gelang, was zum schmeichelhaften Sieg ausreichte.
Während sich die Deutschen schon zu Beginn schwer taten, ins Spiel zu kommen, beharkte Chile seinen Gegner geschickt und frühzeitig im Mittelfeld. Das Spiel der Gäste funktionierte allerdings nur bis zur Strafraumgrenze bzw. zum Torabschluss, der entweder bei Torwart Neuer oder im Toraus landete. Kapitän Lahm musste zudem in der 9. Minute nach einem Kopfball des agilen Vidal auf der Torlinie klären. Chile mühte sich und war besser, Deutschland aber traf. Özil drehte sich geschickt im Strafraum, steckte auf Götze quer durch, der die Kugel aus zentraler Position geschickt in den rechten Torwinkel zirkelte (16.). Besser wurden die Hausherren danach nicht, mussten zudem früh den angeschlagenen Jansen gegen Schmelzer austauschen (24.). Zwei Minuten später vergab Vidal den Ausgleich, danach hätte Götze fast seinen zweiten Treffer erzielt, schoss aber Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Aranguiz traf für die weiterhin spielbestimmenden Südamerikaner nur noch das Außennetz (44.), dann war Pause.
Derselbe Angreifer hatte auch zu Beginn des 2. Durchgangs das 1:1 auf dem Fuß, patzte aber erneut (47.). Das DFB-Team gab weiterhin den Ball in der Vorwärtsbewegung regelmäßig viel zu früh ab, wirkte kaum durchtrainiert oder fahrig. Chile agierte weiterhin zwingender traf aber auch in der 61. Minute durch Vargas nur die Querlatte. Seine Kollegen Vidal und Sanchez vergaben hintereinander knapp zehn Minuten später ebenfalls zweimal gute Möglichkeiten. Zuletzt gab es noch zwei Halbchancen für Schweinsteiger und Podolski, obwohl das Löw-Team kaum stärker war als zuvor. Dann hatte Deutschland einen Test bestanden, der einige Rätsel über die Verfassung der DFB-Elf aufgab.
Ulrich Merk
Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant. Aber einiges ist auch fachlich de facto falsch. Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken.
— Michael Zorc, Sportdirektor BVB, über Uli Hoeneß.