Die Sieger der drei letzten Spiele des sechsten Spieltags, Wolfsburg, Augsburg und Frankfurt, durften sich erleichtert zurücklehnen und den Sprung in die vordere Tabellenhälfte genießen. Für die Verlierer wurde es mittlerweile ziemlich ungemütlich.
"Da ist ein wenig Wagenburgmentalität gefragt", legte Werders Geschäftsführer Sport Thomas Eichin den "Grünweißen" nahe. Nach der 1:2-Auswärtsniederlage beim VfL Wolfsburg im Samstags-Spätspiel bereitet den immer noch sieglosen Bremern der Blick auf die Tabelle (Platz 17) ebensowenig Freude, wie die Spielanalyse. Gegen die auch nicht immer fehlerfrei agierenden "Wölfe" wusste man im Angriff seine wenigen Chancen nicht zu nutzen und ermöglichte die Gegentreffer mit fehlerhaftem Verhalten. So hatte Olic den Siegtreffer vollkommen unbedrängt einköpfen können; neben ihm stand, für den Bedarfsfall, noch ein weiterer Wolfsburger bereit. Dieter Hecking war mit dem VfL-Auftritt unterm Strich zufrieden. "Man hat gesehen, dass uns die Selbstverständlichkeit noch fehlt ...", kritisierte er jedoch, dass seine Mannschaft es zeitweise an Souveränität und konsequentem Nachsetzen mangeln ließ.
Ein vom kurz zuvor eingewechselten Piazon sehenswert in den oberen rechten Winkel gezauberter Freistoßtreffer der Frankfurter zum 2:1 (90.) brachte den Hamburger SV um den verdienten Lohn. Die Norddeutschen hatten mehr vom Spiel als die defensiv auftretenden Gäste (Thomas Schaaf: "In der zweiten Halbzeit haben wir uns ziemlich weit hinten reindrängen lassen") und landeten zumindest ihren ersten Saisontreffer (58., Müller). Die rote Laterne blieb dem HSV jedoch erhalten. Joe Zinnbauer hatte immerhin einen Trost: "Dass ein Sieg heute in der Luft lag, stimmt mich positiv." Positives Denken war Jos Luhukay nach Herthas 0:1-Niederlage in Augsburg nicht möglich: "Das war nie und nimmer ein Elfmeter", schimpfte der Berliner Coach über Schiedsrichter Dankert, der Krafts Aktion gegen Bobadilla als strafstoßwürdig wertete. Verhaegh nutzte die Chance vom Punkt zum Siegtreffer (27.).
Das war die roteste Karte seit der Erfindung dieser Einrichtung.
— Erich Laaser