In der am vorigen Wochenende abgeschlossenen Bundesligasaison Österreichs war der Meistertitel bereits vorzeitig vergeben. Andere Entscheidungen, wie Europa League-Qualifikation und Abstieg, wurden erst am letzten Spieltag geklärt. Dabei musste der SV Mattersburg eine ganz bittere Pille schlucken.
Dass die Wiener Austria (82 Punkte) ihren 24. Meistertitel feiern durfte, war ebenso vor dem Anpfiff des letzten Spieltages klar, wie die Vizemeisterschaft RB Salzburgs (77) und der dritte Rang Rapid Wiens (57). Dahinter teilten sich die restlichen Klubs des Zehner-Feldes jedoch in zwei Gruppen auf, für die einiges auf dem Spiel stand: Drei Teams kämpften um die EL-Qualifikation, die vier Letztplatzierten allesamt gegen den Abstieg. Angesichts dieser Konstellation mussten die Resultate dann überraschen. Alle drei EL-Aspiranten verloren gleichermaßen - damit blieb die Reihenfolge in diesem Tabellenbereich erhalten. Die Niederlage der sechstplatzierten SV Ried (0:3 bei Rapid Wien) war am ehesten zu erwarten; Ried (46) verpasste somit knapp die Chance auf den internationalen Startplatz. Dass sowohl Sturm Graz (0:3 gegen den SC Wiener Neustadt) als auch der Wolfsberger AC (2:3 gegen Wacker Innsbruck) auf eigenem Platz Kellerklubs unterlagen, verblüffte dann aber doch. Für Graz (48) und die Neustädter (47) blieben ihre Pleiten ohne Folgen, nicht aber für den SV Mattersburg.
„Wahnsinn. Wir waren vor dem Spiel Siebenter, mit so einem Ausgang hat keiner gerechnet. Wir haben genügend Torchancen gehabt, um das Spiel zu entscheiden. Es ist der schlimmste Moment, den man sich vorstellen kann. Wir haben es bis zur letzten Minute in der Hand gehabt“, musste Matterburgs Coach Franz Lederer erst einmal die gesammelten Katastrophen verarbeiten, die über seinen Klub zusammenbrachen. Man war am letzten Spieltag von drei Teams überholt worden, die zuvor zwei (Wiener Neustadt und Wacker Innsbruck) bzw. drei Punkte (FC Admira) zurücklagen. Mattersburg musste sich allerdings an die eigene Nase fassen. Gegen den FC Admira, der als Schlusslicht angereist war, hätte schon ein Remis zum Klassenerhalt ausgereicht. Auf Segovias Treffer aus der 72. Minute fand Lederers Team jedoch keine Antwort; nach zehn Jahren Erstligazugehörigkeit mussten die Burgenländer, die an lediglich zwei Spieltagen auf dem Abstiegsrang zu finden waren, zurück in die zweite Reihe. Matterburgs Platz in der Bundesliga nimmt der SV Grödig ein, der erstmals in seiner Geschichte diese Ebene erreichte. Bester Torjäger der Bundesligasaison 2012/13 wurde Austria-Stürmer Philipp Hosiner, der zwei seiner 32 Treffer noch im Admira-Trikot erzielte.
Ich glaube, ich entscheide selber, wann meine Zeit in der Bundesliga vorbei ist.
— Max Kruse zur Suspendierung beim VfL Wolfsburg durch Trainer Niko Kovc.