Werder Bremens mausgraue Zeiten scheinen beendet. Der Erlebnisfußball ist zurück, auch wenn der VfL Wolfsburg eine Nummer zu groß war. Gladbach festigte mit einem Arbeitssieg Platz drei, Frankfurts Meier traf gegen den Hamburger SV doppelt.
Alexander Meier versiebte zum Abschluss zwar noch einen Foulelfmeter - das Spielgerät klatschte gegen den Querbalken. Da der Abpfiff jedoch nicht mehr lange auf sich warten ließ, gab es keinen Anlass, dem Fehlschuss lange nachzutrauern. Ein verwandelter Foulelfmeter Meiers hatte die Frankfurter bereits nach zwölf Minuten in Führung gebracht gegen eine Hamburger Gastmannschaft, die in der zweiten Minute eine hochkarätige Chance ausließ (Rudnevs scheiterte an Trapp), von der in den ersten 45 Minuten sonst aber nur wenig kam. Frankfurt war dominant, agiler und torgefährlicher - ein guter Pass von Müller auf Stieber, der frei vor Trapp den Eintracht-Keeper versetzte, ermöglichte den Norddeutschen dann den überraschenden 1:1-Ausgleich direkt vor der Pause (45.). Nach dem Seitenwechsel war es erneut Meier, der für Frankfurt traf: Aus der zweiten Reihe kommend, zirkelte er einen Querschläger flach ins rechte Eck (54.). Der HSV wurde in seinem Bemühen um den Gleichstand ausgebremst, als Ostrzoleks Platzverweis (64., Gelb-Rot) zur Unterzahl führte. Eintrachts mangelnde Zielstrebigkeit bei den entstehenden Konterchancen hielt die Gäste lange im Spiel.
Mönchengladbach setzte sich nach einem zähen Ringen mit 2:0 gegen Paderborn durch. Beide Treffer (18., Johnson/81., Herrmann) erwischten SCP-Schlussmann Lukas Kruse auf dem falschen Fuß, da sie noch abgefälscht waren. "Es ist nicht einfach, gegen diese Mannschaft zu spielen", erklärte Lucien Favre. Defizite ließen die Gäste allerdings in ihrer Vorwärtsbewegung erkennen. In dieser Disziplin offenbarte die abschließende Spielstags-Partie Werder Bremen vs. VfL Wolfsburg das exakte Gegenteil: Die beiden bis hierhin erfolgreichsten Rückrundenteams lieferten im Weserstadion ein denkwürdiges 3:5-Spektakel ab, das etwa eine Stunde lang jeden Toilettengang dem Risiko aussetzte, eine entscheidende Wendung zu verpassen. Die vor gar nicht allzu entfernter Vergangenheit noch am Tabellenende kauernden Bremer legten drei Mal eine Führung hin und hatten die Möglichkeit, mit mehr als dem knappen 3:2-Vorsprung in die Pause zu gehen. Wolfsburgs größeres Potenzial offenbarte sich aber kurz nach Wiederbeginn, als man, angetrieben vom Ex-Bremer De Bruyne, innerhalb von fünf Minuten drei Treffer markierte und den Grünweißen damit den Zahn zog. Mittendrin auch Torjäger Bas Dost, der in dieser Phase doppelt traf (48./51.) und für Caligiuri auflegte (53.).
Der FC Bayern war besser, aber zu gutmütig.
— Franz Anton Beckenbauer nach einem 1:3 des FC Bayern München bei Borussia Mönchengladbach.