Zwei nahezu gleichstarke Teams trafen in einer spannenden Partie im EM-Finale im schwedischen Solna aufeinander, das Deutschland durch ein Tor von Anja Mittag für sich entschied. Norwegen scheiterte zweimal vom Punkt an der überragenden Nadine Angerer im Tor der DFB-Elf, die zum achten Mal den Titel holte.
Zwei Großchancen für das Neid-Team eröffneten die Partie, doch Keßler traf per Kopf nur die Latte (1.) und Okyino da Mbabi schoss deutlich vorbei (3.). Norwegen kam danach zwar stärker auf, doch erst nach einem Solo von Mjelde musste sich Torfrau Angerer auszeichnen (14.). Zuvor waren Lotzen und Maroszan an der Frau im norwegischen Kasten, Ingrid Hjelmseth, gescheitert. Auch im weiteren Verlauf spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Okoyino da Mbabi brachte nach gut 20 Minuten zweimal den Ball nicht im norwegischen Tor unter, musste dafür eine glatte Fehlentscheidung im eigenen 16er hinnehmen. Dekkerhus hatte sich fallen gelassen, obwohl sie von der Grätsche der deutschen Angreiferin nicht berührt worden war. Allerdings meisterte Angerer den Elfer von Rönning per Fußabwehr (29.). Vor der Pause konnten sich die Angreiferinnen beider Teams nicht mehr entscheidend durchsetzen.
Norwegen startete nach dem Seitenwechsel stark, drängte die Deutschen zurück, doch in der 49. Minute gelang ein perfekter Konter über Okoyino da Mbabi und Mittag, die für Lotzen gekommen war. Der Joker stach mit einem schönen Abschluss ins rechte Eck. Acht Minuten später verhinderte Stensland auf der Torlinie das norwegische 0:2. Die Skandinavierinnen erhielten nach einem Foul von Cramer an Hansen jedoch kurz darauf erneut die Chance vom Elfmeterpunkt, aber auch Gulbrandsen scheiterte an einer starken Parade von Angerer (61.). Weitere drei Minuten später lag der Ball zwar im deutschen Tor, doch die Torschützin Hegerberg hatte im Abseits gestanden. Norwegen drängte immer stärker auf den Ausgleich, doch die besten Möglichkeiten hatte Maroszan mit einem Gewaltschuss ans Außennetz (69.) und Keßler, die nach 82 Minuten nur den Pfosten traf. Mehr Gelegenheiten zu Toren gab es nicht mehr. Deutschland hatte den sechsten EM-Titel (von insgesamt acht) in Folge eingefahren.
Man muss vorsichtig sein mit solchen Aussagen, aber das war schon eine absolute Blamage.
— Oliver Kahn nach einem 1:5 mit Deutschland in Rumänien.