Zahlreiche Derbys schrauben die Erwartungen hoch, einen attraktiven Spieltag zu erleben. Zum Abschluss versucht der VfB, seine Bilanz gegen den FC Bayern aufzubessern. Den Anfang macht jedoch das Gastspiel der Nürnberger in Dortmund, wo die Franken selten (4 Siege in 30 Spielen) ungeschoren davonkamen.
Auch die letzten 25 Bundesligavergleiche des 1. FC Nürnberg mit dem BVB ergeben eine niederschmetternde Bilanz: Nur einmal gewannen die Franken, zogen aber 15 Mal den Kürzeren. Wenig spricht dafür, dass der Club derzeit den Trend brechen kann. Zum anstehenden Gastspiel in Dortmund hat FCN-Coach Michael Wiesinger zumindest jedoch keine personellen Probleme. „Wir müssen den Mut haben, nach vorne zu gehen“, fordert er von seiner Mannschaft. Jürgen Klopps Ankündigung lässt keinen Raum für Interpretationen: „Bei den Heimspielen haben wir noch Nachholbedarf, was die Ergebnisse angeht“, erinnert der BVB-Coach daran, dass die Schwarzgelben eine schlechtere Hinrunde spielten als in den beiden Saisons zuvor.
In Frankfurt und Hoffenheim spielen vor dem achten Bundesliga-Aufeinandertreffen Personalthemen eine wichtige Rolle. Bei der Eintracht fordert Armin Veh unbedingt eine Verstärkung im Sturm ein („Entweder wir wollen weiterkommen, oder wir wollen verwalten …“), derweil den Kraichgauern Comppers Abwanderungsgelüste ein Problem in der Abwehr bescherte. Eventuell füllt der neu verpflichtete Argentinier Abraham (vom FC Getafe) die Lücke. Hannover 96 gönnte sich in der Winterpause bislang vier Neuzugänge, von denen drei (Djourou, Hoffmann, Pocognoli) im Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg in der Startformation landen könnten. Gästecoach Dieter Hecking motiviert die „Wölfe“ mit einem Ausblick: „Wir wissen, dass wir mit einem Sieg Hannover in der Tabelle hinter uns lassen können.“ Im rheinischen Derby zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf brauchen die Gastgeber - ohne Stranzl und Ring - nicht befürchten, von den Fortunen überholt zu werden. Norbert Meier könnte den Neuzugängen Tesche und Latka zum Debüt verhelfen.
Für den FC Augsburg begann die Rückrunde viel versprechend (3:2 in Düsseldorf). Aber auch der FC Schalke, der ausgangs der Hinserie enorm abrutschte, konnte sich nach der Winterpause mit einem Sieg (5:4 gegen Hannover) neu motivieren. „Das wird ein richtiges Kampfspiel. Ich denke aber, dass wir dort auf jeden Fall gewinnen können, wenn wir unser Potenzial abrufen“, glaubt S04-Manager Horst Heldt, dass die „Knappen“, bei denen ein Startelfplatz für Raffael noch nicht ansteht, beim FCA erfolgreich sind. Greuther Fürth wartet auf ein Erfolgserlebnis: „Wichtig ist, dass wir mit einem Dreier den Glauben und unsere positiven Gefühle bestärken“, hofft Mike Büskens darauf, dass im Heimspiel gegen den FSV Mainz der Konten platzt. Schmidtgal (Knieprobleme) und Nehrig (Zerrung) kann er für die Partie nicht einplanen. 05-Coach Thomas Tuchel warnt vor dem Tabellenletzten: „Wir wissen um die Gefährlichkeit von Stiebers linkem Fuß, um die Wucht und Dribbelstärke von Sararer oder die Laufstärke von Prib und Fürstner.“ Eine Warnung an das eigene Team adressiert auch Freiburgs Trainer Christian Streich: „Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit in Mainz, verlieren wir gegen Leverkusen.“ Der Übungsleiter ermuntert seine Schützlinge gegen den Tabellenzweiten zu mutigerem Spiel über die Außenpositionen und fordert mehr Ballsicherheit ein.
Am Sonntag wird zunächst das 98. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen angepfiffen. Die Grünweißen hatten in den letzten Jahren dieses Duell überwiegend für sich entschieden, starteten jedoch desolat in die Rückserie (0:5 gegen den BVB) und müssen in Hamburg auf Hunt und Arnautovic verzichten. „Kamillentee statt Iso-Drinks“, hieß für die beiden Offensivspieler auf der Werder-Homepage. Beim HSV wird Bruma in der Innenverteidigung den verletzten Mancienne ersetzen, Coach Thorsten Fink verteilte derweil ein Sonderlob an Stürmer Rudnevs: „Rudi arbeitet wie verrückt für die Mannschaft und ist auch defensiv fleißig. Zudem geht er auch genau dahin, wo es weh tut.“ Vor einer „Mammut-Aufgabe“ sieht sich VFB-Coach Bruno Labbadia vor dem Spiel gegen den FC Bayern. Die Schwaben können allerdings fast aus dem Vollen schöpfen, für Neuzugang Macheda (Leihgabe von ManUnited) dürfte dieses Highlight jedoch zu früh kommen. Seitens der Münchner wird mit einem Startelf-Comeback Robbens gerechnet.
Ich muss jetzt meine Eltern anrufen. Die haben das Spiel live gesehen, ich hoffe, dass sie noch leben.
— Giovane Elber nach dem Champions-League-Sieg des FC Bayern München 2001.