Champions League

BVB zu stark für Olympique

Marseille wurde weichgeklopft. Eine Halbzeit lang erwiesen sich die Franzosen als zäher Kontrahent, nach Borussias 2:0-Treffer war der Widerstand jedoch gebrochen. Der 3:0-Sieg war allerdings Pflicht, um in Gruppe F auf Kurs zu bleiben.

Jürgen Klopp konnte auch aus der für ihn zwar nicht gänzlich unbekannten, aber doch unüblichen Tribünen-Perspektive das Spiel seiner Schwarzgelben genießen: „Wir sind in der ersten Halbzeit schon sechs Kilometer mehr gelaufen als Marseille, das ist der entscheidende Wert für mich. Wenn die Mannschaft so spielt, ist alles gut …“. Die nach einem sehenswert heraus gespielten Konter, durch Lewandowski abgeschlossene 1:0-Führung nötigte dem BVB-Übungsleiter bereits in der 19. Spielminute Jubelposen ab. Drei Minuten später hätte der nächste Treffer der Gastgeber leicht fallen können, doch Marseilles Schlussmann Mandanda parierte gegen den dicht vor ihm aufgetauchten Lewandowski reflexartig. Dortmund hatte die Partie gut im Griff, auch wenn die Gäste sich bezüglich Zweikampfführung und Ballbesitz gut verkauften. Die größere Torgefahr verbuchte Schwarzgelb. Langerak, der Vertreter des gesperrten Weidenfeller, wurde nur durch einen Freistoß Valbuenas ernsthaft geprüft, den er zur Seite wegfaustete (22.).

Früh in der zweiten Hälfte fiel die Vorentscheidung. Der BVB bekam einen Freistoß in großer Torentfernung zugesprochen; Reus legte sich den Ball zurecht. Mit viel Effet versehen segelte das Spielgerät in Olympiques Sechzehner. Alle zum Kopfball hochgestiegenen Spieler verpassten, was Mandanda entscheidend irritierte. Der Ball setzte einmal auf und sprang ins Netz (52.). Nach dieser 2:0-Führung wurde das Spiel noch einseitiger. Dortmund produzierte Einbahnstraßenfußball, derweil von Marseille überhaupt nichts mehr kam - außer einem Foulspiel von N’Koulou an Reus, das mit einem Strafstoß geahndet wurde. Lewandowski nutzte die Chance, seinen zweiten Treffer und den 3:0-Endstand zu markieren (80.). „Immerhin haben wir heute eine gute erste Hälfte absolviert“, lautete der schwache Trost von Elie Baup. „Aber am Ende steht ein wenig zufriedenstellendes 0:3. Wir sind ganz einfach in einer unglaublich schwierigen Gruppe gelandet“, fügte der deprimierte Olympique-Coach hinzu.
André Schulin