2. Bundesliga

Dresden einfach dynamischer

In den Relegationsduellen der vorigen vier Jahre hatte jeweils der Drittligist den ranghöheren Kontrahenten besiegt. Dresden durchbrach diese Serie, da dem VfL Osnabrück im Rückspiel die notwendige Schlagkraft abging, den knappen 1:0-Vorsprung des Hinspiels zu verteidigen. Fiél und Ouali trafen zum verdienten 2:0-Sieg, der Dynamo den Klassenerhalt sicherte.

Dynamo war nach der 0:1-Hinspielniederlage in der Pflicht und nahm diese Herausforderung mit dem Anpfiff beginnend umgehend in Angriff. Man drückte die Lila-Weißen, denen es kaum gelang, das Leder über längere Zeit zu kontrollieren, in die Defensive. Mit dem Abschluss taten sich die Sachsen zunächst schwer, doch Oualis Pfostenschuss (14.) deutete schon an, dass es für den VfL gefährlich werden könnte. Zwei überharte Attacken, für die Beermann (19.) und Müller (22.) hochverdient die gelbe Quittung erhielten, unterbrachen die ansonsten allem Einsatz zum Trotz faire Partie kurzzeitig, danach besann man sich wieder auf die sportive Auseinandersetzung. Dresdens nächste gute Aktion, ein Distanzschuss von Ouali, konnte VfL-Keeper Riemann noch entschärfen (29.). Gegen Dynamos sehenswerten Angriffszug aus der 30. Minute, den Fiél mit einem satten Schuss ins rechte Eck abschloss, war jedoch kein Kraut gewachsen. Der Gesamtstand war nun ausgeglichen und Osnabrück konnte sich nicht mehr ausschließlich auf die Defensive beschränken. Ausgangs des ersten Spielabschnitts tauchten die Lila-Weißen somit folgerichtig am Dresdner Sechzehner auf und beschworen zwei brisante Situationen herauf. Zunächst beklagte man, keinen Strafstoß erhalten zu haben, als Dynamo-Keeper Kirsten Zoller eindeutig mit der Hand am Fuß erwischte, Schiedsrichter Gagelmann die Situation jedoch als nicht elfmeterreif betrachtete (37.). Dann setzte Beermann nach einem Eckstoß einen präzisen Kopfball aufs rechte Eck an, den Trojan jedoch von der Linie köpfte (43.).

Dresden riss nach dem Neustart das Heft des Handels wieder an sich und setzte sein Pressing fort. Oualis wunderbar aufs lange Eck gezirkelten Ball aus der 58. Minute fing Riemann noch mit einer Glanzparade ab - sonst hätten die Gastgeber nach einer knappen Stunde bereits eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten erzwungen. Da Osnabrück jedoch so gut wie keine zusammenhängenden Angriffe zustande brachte, war es nur eine Frage der Zeit, bis Dynamo den nächsten Treffer setzten würde. Als der eingewechselte Kempe in der 71. Minute dann rechts im Sechzehner durchbrach und den gut getimten Rückpass auf Ouali spielte, war es soweit: Ohne größere Probleme vollstreckte der Franzose zum 2:0. Osnabrücks Kräfte schienen für einen energischen Widerstand nicht zu reichen, was sich in den vielen ungenauen Abspielen und harmlos nach vorn geschlagenen Bällen ausdrückte. Dresden scheiterte nur an Riemann, der weitere Treffer bei Kontern der Gastgeber zunichte machte und das Spiel damit bis zum Abpfiff noch halbwegs offen hielt. Dann war Schluss und Dynamo musste mit einer Geldstrafe rechnen, da das gleißende Licht abbrennender Bengalos - immerhin erst nach Abpfiff entzündet - die Arena erhellte. Die Gesichter der Dynamo-Fans hätten dieser Aufhellung jedoch nicht bedurft.
André Schulin