Bundesliga

Für beide zuwenig

Werder trauerte einer zweifach vergebenen Führung nach, musste aber dennoch zufrieden sein, das Spiel nicht noch komplett aus den Händen gegeben zu haben. Bremer und Franken einte die Erkenntnis, dass beiderseits die Konstanz fehlte.

Die berühmt berüchtigten zwei verschiedenen Halbzeiten: 45 Minuten gehörten Grünweiß, danach steigerten sich die Franken zum besseren Team auf dem Platz. Werders Offensivdrang wurde früh belohnt, als Dabanli eine Flanke Garcias´ ins eigene Netz lenkte (8.). Die Hausherren dachten gar nicht daran, sich auf dieser knappen Führung auszuruhen; unablässig rollte das Leder in Richtung Nürnbergs Sechzehner. Meist war es Hunt, der zum Abschluss kam und in der 25. Minute Gästekeeper Schäfer eine starke Rettungstat abverlangte. Bremens Spielmacher traf nicht, konnte sich aber als Vorlagengeber auszeichnen: Seinen Querpass aus der 34. Minute nahm Elia direkt und erhöhte auf 2:0. Ein hoch verdienter Zwischenstand, von dem allerdings kurz vor dem Pausengang ein Stückchen abbröckelte. Kiyotake profitierte nach einem Nürnberger Einwurf von einem Stellungsfehler in Bremens Abwehr und ließ Mielitz aus kurzer Distanz keine Chance (44.).

Mit veränderten Vorzeichen ging es in die zweite Hälfte. Nürnberg hatte nun den Vorwärtsgang drin und Werder fand zunächst keine Einstellung auf diese Situation. Als Drmic nach Pekharts Vorarbeit zum 2:2 ausglich, kam dieser Treffer nicht überraschend (53.). Die Franken hatten in den Minuten zuvor bereits ihre gesteigerte Angriffslust angedeutet. Doch die Gastgeber schlugen zurück. Lukimyas Kopfballchance nach einem Eckstoß - Plattenhardt rettete auf der Linie (58.) - hätte bereits das 3:2 für Werder sein können, das schließlich von Elia erzielt wurde: Als der 1. FCN das Leder nicht sauber klären konnte, haute der Niederländer die Kugel aus gut 25 Metern durch den vollbesetzten Spielerpulk im Sechzehner hindurch ins Netz (66.). Damit war allerdings nicht, wie Werder wohl vermutete, eine Vorentscheidung gefallen. Der Club glich bereits vier Minuten später erneut aus; Hlousek vollendete Kiyotakes perfekte Vorarbeit eiskalt. In der restlichen Spielzeit waren die Gäste dem Sieg weitaus näher als die Bremer, die Glück hatten, als ein Drehschuss von Drmic nur auf die Querlatte prallte (79.) und Mielitz zuvor mit einer guten Parade Pekharts Kopfball abwehrte.
André Schulin