Gladbach in Europa angekommen
von Günther Jakobsen
Borussia Mönchengladbach durfte wieder berechtigte Hoffnungen auf das Überwintern im Europapokal haben. Bei einer Niederlage gegen Olympique Marseille wären die Gladbacher fast schon ausgeschieden, aber stattdessen feierten sie den ersten Sieg in der Europa-League-Gruppenphase. Erst mit dem Treffer zum 2:0 entwich die Unsicherheit nach den jüngsten Misserfolgen.
Schon als Marco Reus seinen Wechsel von der Gladbacher zur Dortmunder Borussia bekanntgegeben hatte, war spekuliert worden, ob nicht Patrick Herrmann sein Nachfolger werden könnte. Im 14. Pflichtspiel dieser Saison probierte Gladbach-Trainer Favre diese Variante zum ersten Mal aus. Herrmann, dessen angestammter Platz eigentlich der rechte Flügel, aber zuletzt nur die Bank war, agierte als hängende Spitze. Dafür rutschte 8,5-Millionen-Mann Xhaka aus der Startelf. Doch Hermann konnte noch nicht auf sich als Reus-Nachfolger aufmerksam machen. Denn nach stürmischen Anfangsminuten, in denen die Borussen den Gegner früh störten, war die Elf vom Niederrhein zunächst meist nur in der Defensive zu finden. Sie agierte ängstlich, stand zu tief in der eigenen Hälfte. Selbst Trainer Favre, der zurzeit primär an einer funktionierenden Verteidigung arbeitete, versuchte seine Mannschaft nach vorne zu beordern. Zumal die Borussen zunächst in der Abwehr nicht mal sicher standen. Zwei Stellungsfehler des Gladbacher Rechtsverteidigers Jantschke führten zu einer Direktabnahme durch Remy, die Borussia-Keeper ter Stegen abwehrte (13.), und zu einer Ecke, nach der Remy den Kopfball knapp am Tor vorbeisetzte (14.). Mit zunehmender Spieldauer stabilisierte sich die Elf vom Niederrhein in der Defensive. Das Spiel ohne Ball funktionierte lange Zeit besser als das mit der Kugel. Zwar wurden die Borussen auch nach vorne mutiger, allerdings bekamen sie keine Ruhe in ihre Aktionen und verloren zu schnell die Bälle wieder. Dementsprechend überraschend und glücklich kam auch der Führungstreffer der Hausherren aus Deutschland zustande. Jantschke hatte im Kampf um den Ball mit Lucas Mendes einen Freistoß am rechten Strafraumrand herausgeholt, war jedoch dabei vom Brasilianer im Gesicht getroffen worden und musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Arango führte diesen Freistoß direkt aus und zwang den gegnerischen Schlussmann Mandanda zu einer Parade. Anschließend bekamen die Franzosen die Kugel nicht aus ihrer Gefahrenzone. Nordtveits Schussversuch wurde von Kabore mit der Hand abgewehrt, und der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter (32.). Der sichere Elfmeterschütze Daems trat an und verwandelte (33.).
Nach dem Wiederbeginn erhöhte Olympique wieder den Druck und schnürte die Gladbacher in deren eigener Hälfte ein. Die Borussia schien von der Vorstellung der Franzosen zunächst beeindruckt. Denn die Niederrheiner konnten kaum mehr für Entlastung sorgen, weil sie wie vor dem Führungstreffer zu schnell die Bälle verloren. Nach einer Ecke für Gladbach herrschte Tohuwabohu im Marseiller Strafraum. Im Gestochere um den Ball prallte de Jong unglücklich mit Barton zusammen und musste mit einer Platzwunde am Knie ausgewechselt werden (65.). Aber gerade dieser Ausfall erwies sich als Glücksfall für die Borussia. Denn der für den Niederländer in die Partie gekommene Mlapa eroberte sich lediglich zwei Minuten nach seiner Einwechslung im Mittelfeld den Ball, fasste sich aus gut 25 Metern ein Herz und überwand mit seinem Distanzversuch den zu weit vor seinem Gehäuse stehenden Mandanda (67.). Nach dem zweiten Treffer traten die Hausherren deutlich selbstbewusster auf. Hinten ließen sie nichts mehr zu und vorne den Ball nun über mehrere Stationen laufen. In der Schlussphase war Gladbach einem dritten Tor näher als Marseille dem Anschlusstreffer. Mlapa setzte nach einer schönen Kombination den Abschluss übers Gehäuse (72.), und Stranzl brachte das Spielgerät zwar im Netz unter, allerdings blieb seinem Treffer die Anerkennung verwehrt, weil er zuvor im Abseits gestanden hatte (74.).
Senthuran Sivananda
Schon als Marco Reus seinen Wechsel von der Gladbacher zur Dortmunder Borussia bekanntgegeben hatte, war spekuliert worden, ob nicht Patrick Herrmann sein Nachfolger werden könnte. Im 14. Pflichtspiel dieser Saison probierte Gladbach-Trainer Favre diese Variante zum ersten Mal aus. Herrmann, dessen angestammter Platz eigentlich der rechte Flügel, aber zuletzt nur die Bank war, agierte als hängende Spitze. Dafür rutschte 8,5-Millionen-Mann Xhaka aus der Startelf. Doch Hermann konnte noch nicht auf sich als Reus-Nachfolger aufmerksam machen. Denn nach stürmischen Anfangsminuten, in denen die Borussen den Gegner früh störten, war die Elf vom Niederrhein zunächst meist nur in der Defensive zu finden. Sie agierte ängstlich, stand zu tief in der eigenen Hälfte. Selbst Trainer Favre, der zurzeit primär an einer funktionierenden Verteidigung arbeitete, versuchte seine Mannschaft nach vorne zu beordern. Zumal die Borussen zunächst in der Abwehr nicht mal sicher standen. Zwei Stellungsfehler des Gladbacher Rechtsverteidigers Jantschke führten zu einer Direktabnahme durch Remy, die Borussia-Keeper ter Stegen abwehrte (13.), und zu einer Ecke, nach der Remy den Kopfball knapp am Tor vorbeisetzte (14.). Mit zunehmender Spieldauer stabilisierte sich die Elf vom Niederrhein in der Defensive. Das Spiel ohne Ball funktionierte lange Zeit besser als das mit der Kugel. Zwar wurden die Borussen auch nach vorne mutiger, allerdings bekamen sie keine Ruhe in ihre Aktionen und verloren zu schnell die Bälle wieder. Dementsprechend überraschend und glücklich kam auch der Führungstreffer der Hausherren aus Deutschland zustande. Jantschke hatte im Kampf um den Ball mit Lucas Mendes einen Freistoß am rechten Strafraumrand herausgeholt, war jedoch dabei vom Brasilianer im Gesicht getroffen worden und musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Arango führte diesen Freistoß direkt aus und zwang den gegnerischen Schlussmann Mandanda zu einer Parade. Anschließend bekamen die Franzosen die Kugel nicht aus ihrer Gefahrenzone. Nordtveits Schussversuch wurde von Kabore mit der Hand abgewehrt, und der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter (32.). Der sichere Elfmeterschütze Daems trat an und verwandelte (33.).
Nach dem Wiederbeginn erhöhte Olympique wieder den Druck und schnürte die Gladbacher in deren eigener Hälfte ein. Die Borussia schien von der Vorstellung der Franzosen zunächst beeindruckt. Denn die Niederrheiner konnten kaum mehr für Entlastung sorgen, weil sie wie vor dem Führungstreffer zu schnell die Bälle verloren. Nach einer Ecke für Gladbach herrschte Tohuwabohu im Marseiller Strafraum. Im Gestochere um den Ball prallte de Jong unglücklich mit Barton zusammen und musste mit einer Platzwunde am Knie ausgewechselt werden (65.). Aber gerade dieser Ausfall erwies sich als Glücksfall für die Borussia. Denn der für den Niederländer in die Partie gekommene Mlapa eroberte sich lediglich zwei Minuten nach seiner Einwechslung im Mittelfeld den Ball, fasste sich aus gut 25 Metern ein Herz und überwand mit seinem Distanzversuch den zu weit vor seinem Gehäuse stehenden Mandanda (67.). Nach dem zweiten Treffer traten die Hausherren deutlich selbstbewusster auf. Hinten ließen sie nichts mehr zu und vorne den Ball nun über mehrere Stationen laufen. In der Schlussphase war Gladbach einem dritten Tor näher als Marseille dem Anschlusstreffer. Mlapa setzte nach einer schönen Kombination den Abschluss übers Gehäuse (72.), und Stranzl brachte das Spielgerät zwar im Netz unter, allerdings blieb seinem Treffer die Anerkennung verwehrt, weil er zuvor im Abseits gestanden hatte (74.).