Gomez und Schürrle trafen
von Günther Jakobsen
Der letzte Test konnte nicht alle Fragen zum Leistungsstand der DFB-Elf beantworten, brachte mit dem 2:0-Sieg jedoch die erhoffte Rückendeckung vor dem EM-Start.
„Das war eine ganz ordentliche Abschlussprüfung“, bilanzierte Joachim Löw, ohne anschließend mit den Vorbehalten - suboptimale Chancenverwertung, mangelnde Aggressivität, mangelnde Antizipation bei Gegenstößen - hinterm Berg zu halten. Immerhin, das erhoffte Erfolgserlebnis war durch Treffer von Gomez (40.) und Schürrle (82.) eingefahren, der beim Schweiz-Spiel noch fehlende Bayern-Block eingebaut - abgesehen vom noch nicht fitten Schweinsteiger (Bluterguss) - und Ansätze des flüssigen Kombinationsspiels erkennbar. Die beharrlich in der Defensive verwurzelte Spielweise der Israelis ließ allerdings kaum Rückschlüsse auf die Verfassung der Abwehr zu, sollte sie während der EM unter Druck geraten. Die Konter-Qualitäten der deutschen Elf kamen naturgemäß ebenfalls nur selten zum Tragen.
Es brauchte fast eine Viertelstunde, ehe die vorsichtige DFB-Auswahl - die 3:5-Pleite gegen die Schweiz noch im Hinterkopf tragend - die ersten guten Angriffsaktionen zeigte. Podolskis scharfe Hereingabe von links konnte Gästekeeper Harosh jedoch abfangen (13.). Kroos gab den ersten Torschuss der Begegnung ab, setzte das Leder aber knapp übers rechte Eck (15.). In kurzem Abstand dann zwei gute Szenen: Zunächst tauchte Gomez halbrechts im Sechzehner auf, platzierte seinen Flachschuss allerdings direkt auf Harosh (18.). Wenig später hatte der Gästekeeper das Glück auf seiner Seite, als Boateng aus der Drehung das linke Eck anvisierte und nur den Pfosten traf (19.). In der Folgezeit kreiselte das Leder zwar nahezu ausschließlich durch die israelische Hälfte, Lücken in der gegnerischen Deckung aufzudecken gelang den Deutschen jedoch nicht. Gomez (34., per Hacke) und Khedira (39., Kopfball) fehlte bei ihren Möglichkeiten die Ballkontrolle, sie setzten die Kugel jeweils ins Toraus. Als es fast danach aussah, als müsste man torlos in die Pause gehen, erzwang Löws Team die Führung: Nach Khediras Anspiel ins Zentrum, das Müller noch verlängerte, verschaffte sich Gomez mit einem kurzen Antippen des Balles zur Seite Freiraum und zog wuchtig ab. Harosh war gegen den rechts oben im Giebel einschlagenden Ball ohne Chance (40.).
Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman hatte einen Sieg der Deutschen prophezeit. „Aber es wird kein 7:1“, meinte er, in Erinnerung jenes letzten Testspiels vor der WM 2002, als die Deutschen nach desolater erster Halbzeit 0:1 zurücklagen, sich dann jedoch in einen Rausch spielten. Eine spielerische Steigerung nach der Pause konnte die DFB-Auswahl auch in Leipzig vorweisen - ein Durchbruch, wie seinerzeit in Kaiserslautern, blieb jedoch aus. Zunächst einmal wurde allerdings Neuer geprüft. Natchos Aufsetzer bereitete ihm wenig Mühe (51.), doch als Vermouth aus knapp 18 Metern abzog, musste der 26-Jährige sich strecken, um den Ball über die Querlatte zu lenken (55.). Dann setzte die beste Phase der Deutschen ein, in der Özil (56.) und Podolski (59./64.) nach jeweils guten Kombinationen einen erfolgreichen Abschluss verpassten. In dieser Phase, als vorwiegend über links stimmige Aktionen liefen, blitzte auch zeitweise Spielfreude auf. Müller ließ, nach zunächst guter Ballbehandlung, in der 76. Minute abschließend den Überblick vermissen und schob den Ball aus kurzer Distanz rechts vorbei. Dem eingewechselten Schürrle gelang mit guter Einzelaktion aus 20 Metern der hoch verdiente 2:0-Endstand. Klose, der zunächst geschont wurde, konnte nur in einer Aktion seine Torgefährlichkeit unterstreichen, als er in der 87. Minute am langen Pfosten per Kopf den Erfolg anpeilte, jedoch am gut parierenden Harosh scheiterte.
André Schulin
„Das war eine ganz ordentliche Abschlussprüfung“, bilanzierte Joachim Löw, ohne anschließend mit den Vorbehalten - suboptimale Chancenverwertung, mangelnde Aggressivität, mangelnde Antizipation bei Gegenstößen - hinterm Berg zu halten. Immerhin, das erhoffte Erfolgserlebnis war durch Treffer von Gomez (40.) und Schürrle (82.) eingefahren, der beim Schweiz-Spiel noch fehlende Bayern-Block eingebaut - abgesehen vom noch nicht fitten Schweinsteiger (Bluterguss) - und Ansätze des flüssigen Kombinationsspiels erkennbar. Die beharrlich in der Defensive verwurzelte Spielweise der Israelis ließ allerdings kaum Rückschlüsse auf die Verfassung der Abwehr zu, sollte sie während der EM unter Druck geraten. Die Konter-Qualitäten der deutschen Elf kamen naturgemäß ebenfalls nur selten zum Tragen.
Es brauchte fast eine Viertelstunde, ehe die vorsichtige DFB-Auswahl - die 3:5-Pleite gegen die Schweiz noch im Hinterkopf tragend - die ersten guten Angriffsaktionen zeigte. Podolskis scharfe Hereingabe von links konnte Gästekeeper Harosh jedoch abfangen (13.). Kroos gab den ersten Torschuss der Begegnung ab, setzte das Leder aber knapp übers rechte Eck (15.). In kurzem Abstand dann zwei gute Szenen: Zunächst tauchte Gomez halbrechts im Sechzehner auf, platzierte seinen Flachschuss allerdings direkt auf Harosh (18.). Wenig später hatte der Gästekeeper das Glück auf seiner Seite, als Boateng aus der Drehung das linke Eck anvisierte und nur den Pfosten traf (19.). In der Folgezeit kreiselte das Leder zwar nahezu ausschließlich durch die israelische Hälfte, Lücken in der gegnerischen Deckung aufzudecken gelang den Deutschen jedoch nicht. Gomez (34., per Hacke) und Khedira (39., Kopfball) fehlte bei ihren Möglichkeiten die Ballkontrolle, sie setzten die Kugel jeweils ins Toraus. Als es fast danach aussah, als müsste man torlos in die Pause gehen, erzwang Löws Team die Führung: Nach Khediras Anspiel ins Zentrum, das Müller noch verlängerte, verschaffte sich Gomez mit einem kurzen Antippen des Balles zur Seite Freiraum und zog wuchtig ab. Harosh war gegen den rechts oben im Giebel einschlagenden Ball ohne Chance (40.).
André Schulin