Bundesliga

Gute Basis für Fortuna

Etwa eine Stunde lang präsentierte sich Hertha BSC als das Team, das zumindest den ersten Teil der Relegation für sich entscheiden würde. Ein Tor Düsseldorfs aus dem Nichts veränderte die Sachlage grundlegend zugunsten des Zweitligisten.

Die ersten 45 Minuten gehörten der Hertha, auch wenn die Fortuna ihre starken Momente hatte. Wie in der 10. Minute, als Lambertz, von Ilsö fast artistisch in Szene gesetzt, frei im Strafraum zum Abschluss kam. Berlins Keeper Kraft warf seinen Körper jedoch in den Schuss und vereitelte einen Rückstand. Nur eine Minute später kamen die Gastgeber mit dem Schrecken davon, als Bodzek einen von rechts kommenden Freistoß Ilsös am ersten Pfosten mit dem Kopf erwischte und die Kugel nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei strich. Dann war da noch ein strammer Kopfball von Lambertz aus der Distanz, den Kraft jedoch sicher fing (28.). Abgesehen von diesen drei Möglichkeiten bestimmte Hertha BSC die Partie, mit zeitweilig flüssigen Ballstafetten. Den ersten guten Angriff der Berliner stoppte Langeneke, als er Ramos’ Schuss im letzten Moment zur Ecke blockte. Jener Eckstoß löste dann großen Jubel im Olympiastadion aus - da Hubnik per Kopfballaufsetzer die Führung gelang (19.). Der Treffer verlieh den Gastgebern Sicherheit und Kobiashvili hätte das Ergebnis hochschrauben können, als er nach einer Balleroberung freie Schussbahn vorfand. Seinem Abschluss fast von der Strafraumlinie fehlte jedoch die Wucht, so dass Ratajczak parierte (32.). Somit ging die umkämpfte, in einigen Szenen überharte Partie, mit einer knappen aber verdienten Führung der Gastgeber in die Halbzeit.

Ramos’ Kopfball, nach Ben-Hatiras Eckstoß, sprang hauchdünn am rechten Pfosten vorbei - eine Riesenmöglichkeit Herthas verpuffte ungenutzt (58.). Der sich in der ersten Halbzeit entwickelte Spielverlauf setzte sich zunächst fort - bis Fortuna den unvermuteten Ausgleich markierte: Eine stattliche Anzahl an Gegenspielern konnten Bröker nicht daran hindern, sich von halbrechts mit dem Ball am Fuß durchzusetzen und aus kurzer Distanz auch noch Kraft zu überwinden (64.). Ein Wirkungstreffer, denn Herthas Überlegenheit schwand in gleichem Maße, wie die Fortuna sich nun Spielanteile sicherte. Das Kopfball-Eigentor von Ramos, der Ilsös Freistoßflanke unhaltbar für Kraft in den Maschen abfälschte, drehte das Spiel komplett (71.). Herthas Zuversicht hatte sich verflüchtigt; ein Pfostentreffer des eingewechselten Ronny bei einem Freistoß war die einzige Annäherung der Gastgeber an einen Ausgleich (88.). Krafts starke Parade gegen einen hervorragend aufs lange Eck gezirkelten Schuss Brökers hielt die Niederlage noch in Grenzen (90.).
André Schulin