Weltmeisterschaft

Italien und Frankreich überzeugten nicht

Die erste Qualifikationsrunde der europäischen WM-Aspiranten brachte keine größeren Überraschungen mit sich. Ein unerwartetes Resultat stellte allerdings Islands Sieg gegen Norwegen dar. Auch Italiens Punkteteilung in Bulgaren ließ aufhorchen, wurde durch die Abstinenz des bei der EM noch erfolgreichen Stürmerduos Cassano/Balotelli jedoch teilweise erklärbar.

Belgiens 2:0-Sieg in Wales machte die von Marc Wilmots gecoachten „Roten Teufel“ zum Tabellenführer der Gruppe A, vor Kroatien (1:0 gegen Mazedonien) und den punktgleichen Teams von Schottland und Serbien, die sich 0:0 trennten. Kompany und Vertonghen trafen für Belgien, das ab der 26. Minute (Rote Karte für Collins) in Überzahl spielte. In der Gruppe B konnte sich Armenien dank seines knappen 1:0-Auswärtssieges auf Malta an die Spitze stellen. Dänemark und Tschechien trennten sich torlos, für die Enttäuschung dieser Gruppe sorgte jedoch Italien, das nicht über ein 2:2 bei den Bulgaren hinaus kam. Azzurri-Schlussmann Buffon meinte: „Wir hätten das Spiel auch gut und gern verlieren können.“ Manolev (30.) und Popov (66.) egalisierten Osvaldos Doppelpack (36. und 40.). Italiens EM-Stürmer Cassano (formschwach) und Balotelli (Augen-OP) fehlten. Der 3:0-Erfolg über die Färöer verhalf der DFB-Elf zum erhofften Sprung auf Platz eins der Gruppe C, in der jedoch nur ein weiteres Spiel stattfand, in dem Irland sich drei Auswärtspunkte aus Kasachstan holte (2:1). Ein glücklicher Sieg der Iren, da Keane (89., Elfmeter) und Doyle (90.) erst kurz vor dem Abpfiff den Weg ins Tor fanden.

Fünf verschiedene Torschützen konnte Ungarn (Gruppe D) beim glatten 5:0-Auswärtssieg in Andorra ausweisen. Die Überlegenheit der Magyaren wurde besonders nach der Pause deutlich; Andorra kam nicht in voller Mannschaftsstärke über die Zeit (67., Gelb-Rot für Vales). Rumänien (2:0 in Estland) und die Niederlande, mit ihrem wenig überzeugenden 2:0-Heimsieg über die Türkei hängten sich punktgleich hinter die Ungarn. Drei punktgleiche Teams übernahmen auch in Gruppe E die Spitze: Albanien (3:1 gegen Zypern), die Schweiz - trotz Unterzahl, da Barnetta in der 75. Minute Gelb-Rot sah - (2:0 in Slowenien) und Island (2:0 gegen Norwegen). Der erste Sieg Islands über den nordischen Rivalen nach 25 Jahren erfreute Trainer Lars Lagerbäck: „Wir dürfen träumen, aber ich bin auch realistisch: Das ist erst eins von zehn Spielen.“ Russland (2:0 gegen Nordirland) und Portugal (2:1 in Luxemburg) schnappten sich die Führungspositionen der Gruppe F. Während den Russen eine durchweg gute Partie zu bescheinigen war, taten sich die klar favorisierten Portugiesen trotz optischer Überlegenheit ziemlich schwer. Das dritte Spiel dieser Gruppe zwischen Aserbaidschan und Israel endete leistungsgerecht 1:1 unentschieden.
Mit dem 8:1-Kantersieg in Liechtenstein glückte Bosnien-Herzegowina der höchste Erfolg des Wochenendes und logischerweise auch die Tabellenführungs-Übernahme der Gruppe G. VfB-Stürmer Ibisevic und Dzeko trafen jeweils drei Mal, die beiden ersten Tore markierte Misimovic für die Bosnier. Griechenland belegte den zweiten Platz (2:1 in Lettland). Litauen kam gegen die Slowakei nicht über ein 1:1-Remis hinaus, obwohl die Gäste seit der 55. Minute (Rot für Pecovsky) dezimiert waren. Nach den beiden ersten Spielen der Gruppe H nahm England die Pole Position ein. Mit dem 5:0 in Moldavien wurden die Briten ihrer Favoritenrolle gerecht. Hart umkämpft verlief dagegen die andere Partie, zwischen Montenegro und Polen. Am Ende einigte man sich auf ein 2:2-Unentschieden; beide Teams hatten jeweils einen Platzverweis kassiert. Mit Glück rettete Frankreich in der Gruppe I seinen Dreier beim Gastspiel in Finnland. Nach Diabys Führungstreffer (20.), der das Spiel entschied, waren die Skandinavier das bessere und aktivere Team, zeigten jedoch Abschlussschwächen. Eine gute Einzelleistung von Okriashvili (51.) verschaffte Georgien im zweiten Spiel der Gruppe ebenfalls einen 1:0-Erfolg. Das Duell gegen Weißrussland war ansonsten eine recht ausgeglichene Angelegenheit.