Europa League

Last-Minute-Tor ließ Gladbach alle Chancen

Dank eines Treffers in der Nachspielzeit holte Borussia Mönchengladbach bei Olympique Marseille einen Punkt und wahrte damit seine Chancen aufs Weiterkommen in der Europa League. Schon am kommenden Spieltag könnten die Borussen die nächste Runde vorzeitig erreichen. Dafür bedürfte es neben einem eigenen Heimsieg gegen Limassol auch eine Heimniederlage von Marseille gegen Fenerbahce.

Nach dem Hinspielerfolg begegnete Gladbach Marseille mit deutlich mehr Selbstvertrauen als vor zwei Wochen im Borussia-Park. Zwar waren die Franzosen wie erwartet feldüberlegen, aber sie taten sich lange Zeit schwer, Lücken im gut organisierten Gladbacher Defensivverbund zu finden. Nach vorne wurden die Borussen vor allem dann gefährlich, wenn sie mit langen Bällen das Mittelfeld schnell überbrückten. Nach 13 Minuten tauchten die Niederrheiner in Person von Herrmann zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor der Hausherren auf. Aber der auf Hanke gedachte Pass wurde von Barton abgefangen. Mit ihrer zweiten Chance gingen die Gäste aus Deutschland - zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend - in Führung. Denn der Treffer fiel ausgerechnet in der ersten Drangperiode der Gastgeber. Fünf Minuten nachdem Wendt im Anschluss an einen Eckstoß bei einem Kopfball von Remy auf der Linie geklärt hatte (15.), verpasste Hanke auf der Gegenseite einen Herrmann-Pass zunächst noch. Die Chance schien vertan. Doch dann vertändelte Cheyrou am eigenen Fünf-Meter-Raum den Ball an Arango, und in dessen Querpass rutschte Hanke erfolgreich hinein (20.). Gladbachs Stoßstürmer erzielte gleich bei seinem ersten Startelfeinsatz seit knapp sechs Wochen das Führungstor. OM konnte das niederrheinische Abwehrbollwerk nicht mit Kombinationen knacken. Also versuchte es der französische Renommierklub oft mit Flanken von den Außenbahnen. Zwei Zeigerumdrehungen nach der Gladbacher Führung hatte André Ayew die Chance zum Ausgleich. Nach Remys flacher Hereingabe vom rechten Flügel setzte er seinen Schuss knapp am rechten Pfosten vorbei. Es sollte jedoch die einzige nennenswerte Möglichkeit der Franzosen zum Ausgleich in der ersten Halbzeit bleiben. Vielmehr waren die Borussen bei ihren Kontern dem zweiten Treffer näher. Hanke vergab eine gute Möglichkeit, als er selbst den Abschluss suchte und lediglich das Außennetz traf, anstatt den besser postierten Arango zu bedienen (40.).

Nach dem Wiederbeginn änderte sich zunächst nicht am Spielverlauf. Marseille drängte, aber Gladbachs Abwehr ließ erst einmal nichts zu. Die Franzosen hatten zwei Mittel, um für Torgefahr zu sorgen - hohe und ruhende Bälle. Nach einer Standardsituation fiel auch der Ausgleich. Barton verwandelte einen Eckball direkt ins Tor, weil sich Borussia-Schlussmann ter Stegen verschätzt hatte (54.). Der Ausgleichstreffer läutete die zweite Drangperiode der Hausherren in dieser Partie ein. Ein Schuss von Jordan Ayew flog übers Borussen-Gehäuse (57.). Zehn Minuten später brachte der Sohn der ghanaischen Fußballlegende Abedi Pele allerdings Marseille in Führung. Nach einem Einwurf für OM konnte Borussias Innenverteidiger Brouwers das Spielgerät nicht kontrollieren. Jordan Ayew stürmte aufs gegnerische Tor zu, ließ Gegenspieler Dominguez mit einem einfachen Übersteiger aussteigen und jagte den Ball ins Tor (67.). Jedoch stemmten sich die Gladbacher danach gegen die drohende Niederlage und warfen alles nach vorne. In der dritten Minute der Nachspielzeit wurden sie für ihren Kampfgeist belohnt. Wie die Führung für die Platzelf entstand auch der Ausgleich der Gäste im Anschluss an einen Einwurf. Rechtsaußen Rupp schlug eine Flanke in den Rücken der Abwehr zu Arango. Der Linksaußen nahm den Ball mit der Brust an und knallte ihn dann ins lange Toreck.
Senthuran Sivananda