Frauen-WM

Nigeria beeindruckend

In der stark besetzten Gruppe D erspielte und erkämpfte sich Nigeria nach zweimaligem Rückstand ein 3:3 gegen Schweden. Titelhalter Japan hatte in Gruppe C Mühe, sich gegen die Schweizerinnen durchzusetzen.

Das bislang interessanteste Match des Turniers lieferten Schweden und Nigeria ab (Gruppe D), wobei vor allem das Tempo und die Qualität der Afrikanerinnen positiv überraschten. Mit einer sehr schmeichelhaften 2:0-Führung ging das Drei-Kronen-Team in die Halbzeitpause. Nach jeweiligen Eckstößen hatte zunächst Oparanozie das Spielgerät ins eigene Tor (21.) gelenkt, dann gab Fischer dem Ball die letzte Richtungskorrektur, als die "Super Falcons" die Kugel nicht aus der Gefahrenzone herausbekamen (31.). Die spielerisch bessere Anlage hatten jedoch bis dahin schon die Frauen aus Nigeria gezeigt, die gedanklich frischer wirkten und nahezu alle Laufduelle gewannen. Ein Doppelschlag der quirligen Offensivspielerinnen Okobi (50.) und Oshoala (53.) brachte nach Wiederanpfiff den verdienten 2:2-Ausgleich. Mit ihrer besten Angriffsaktion, Nilsson bereitete stark vor, die eingewechselte Sembrant drückte den Ball mit der Hüfte über die Linie, übernahm Schweden erneut die Führung (60.). Nigeria brauchte indes nicht lange, um den Rückschlag zu verdauen und sein Offenspiel wieder aufzunehmen. In der 87. Minute wurde die Moral belohnt: Nach überragendem Zuspiel von Okobi brach Ordega im Zentrum durch und überwand Lindahl zum 3:3-Endstand. "Unsere Strategie für das Spiel sah anders aus als das, was Sie hier gesehen haben", gab Schwedens Trainerin Pia Sundhage zu.

Im anderen Spiel der Gruppe D machte Außenseiter Australien dem Turnier-Mitfavorit USA 45 Minuten lang das Leben schwer. Die "Matildas" verdienten sich den 1:1-Zwischenstand zur Pause redlich, US-Keeperin Solo verhinderte mit zwei großartigen Paraden einen möglichen Rückstand. Rapinoe hatte die Amerikanerinnen mit einem abgefälschten Schuss in Führung gebracht (12.), De Vanna mit einem wuchtigen Schuss ins rechte Eck ausgeglichen (27.). Die größere Routine der US-Spielerinnen machte nach dem Seitenwechsel den Unterschied aus - und die starke Tagesform von Megan Rapinoe: "Einige Klasseaktionen von Rapinoe haben am Ende den Ausschlag gegeben. Sie haben verdient gewonnen", erklärte anschließend Australiens Coach Alan Stajcic. Press (61.) und Rapinoe (78.) trafen zum 3:1.
Die erste Runde der Gruppe C ging an Kamerun. Mit 6:0 deklassierte man das Team aus Ecuador; Stürmerin Gaelle Enganamouit war mit drei Treffern an der einseitigen Partie beteiligt. Deutlich knapper trennten sich Japan und die Auswahl aus der Schweiz. Ein Elfmetertreffer von Aya Miyama - die Schweizer Torhüterin Thalmann hatte Ando gefoult - verhalf dem Titelverteidiger zum 1:0-Sieg (27.). "Wir haben Probleme gehabt, unser Spiel aufzuziehen. Wir können den Ball halten, und ich habe meinen Spielerinnen gesagt, dass sie ihn so lange wie möglich laufen lassen sollten, doch sie haben zu direkt gespielt. Das will ich noch korrigieren", kündigte der japanische Trainer Norio Sasaki an.