Bundesliga

Nürnberg vor Standortbestimmung

Vor einem Vierteljahrhundert konnte Borussia Mönchengladbach zuletzt einen Heimsieg gegen Bayer Leverkusen feiern. Lucien Favres frommer Wunsch ist deshalb gut nachvollziehbar: "Es wird Zeit, gegen Leverkusen zu gewinnen." Gästecoach Sami Hyypiä sieht dem Freitagsspiel gelassen entgegen: "Wir dürfen nicht zu sehr auf den Gegner schauen, sondern müssen uns vor allem auf die eigene Leistung fokussieren", ist er darauf aus, Bayers lange Erfolgsserie nach Möglichkeit auszubauen. Größere personelle Probleme haben beide Kontrahenten nicht.

Zwei Begegnungen des Samstags sind ausschließlich unter dem Aspekt zu betrachten, dass die Beteiligten Punkte gegen den Abstieg einfahren wollen: Freiburg vs. Hoffenheim und Frankfurt gegen Braunschweig. Ein echtes Duell auf Augenhöhe steht zwischen Wolfsburg und Mainz an (jeweils 30 Zähler). "Es ist wichtig, dass das Publikum hinter der Mannschaft steht, gerade in einer Phase, in der es in den kommenden Heimspielen hin und wieder auch ein bisschen zäh werden könnte", appelliert Dieter Hecking an die VfL-Fans, trotz des total missglückten Rückrundenstarts den "Wölfen" ihre Unterstützung nicht zu verweigern. "Es kommt nicht von ungefähr, dass die Mainzer punktgleich mit uns dort oben stehen", warnt er vor der Variabilität der Gäste.

Ganz oben im Ranking thronen bekanntermaßen die Bayern, die nun beim optimal in die Rückserie gestarteten 1. FC Nürnberg vorstellig werden. "Wir wollen sehen, wo wir wirklich stehen", proklamiert Gertjan Verbeek den Gang gegen den Rekordmeister als Standortbestimmung der Franken. Der FCB muss auf Ribery verzichten, den ein operativer Eingriff (Bluterguss im Gesäß) zur Pause zwingt. Den Hamburger SV und Hertha BSC eint, dass beide noch keinen Rückrundenpunkt einsammelten. Ansonsten klafft jedoch eine 14-Punktelücke zwischen den Traditionsklubs. Berlins Trainer Jos Luhukay erwartet von seiner Mannschaft vornehmlich, dass sie im Umschaltspiel schneller agiert, als es zuletzt der Fall war. Werder-Coach Robin Dutt hatte seine Mannschaft nach dem Spiel in Augsburg hart kritisiert. Mut, große Laufbereitschaft und Entschlossenheit fordert er nun von seinen "Grünweißen" im Spiel gegen Dortmund. Hunt ist wieder spielbereit, ebenso wie Neuzugang Obraniak, der sein Debüt für Werder geben könnte.
Am Sonntag versucht der VfB Stuttgart, seinen durchaus als unglücklich zu bezeichnenden Rückrundenstart in die Erfolgsspur umzulenken. Gegner ist der seit sieben Spielen ungeschlagene FC Augsburg. "Dieses Spiel müssen wir gewinnen, um die nötigen Punkte zu holen, und vielleicht gelingt es uns, mit dem positiven Ergebnis im Rücken, eine kleine Serie zu starten", hofft Konstantin Rausch auf eine Wende.
Eine positive Wende konnte auf jeden Fall Hannover 96 im laufenden Kalenderjahr feiern. Die "Roten" treffen in Gelsenkirchen allerdings auf einen Widersacher, der ebenfalls mit zwei Siegen startete. Und Schalke-Youngster Max Meyers Aussage lässt erahnen, dass die "Knappen" noch längst nicht satt sind: "Den vierten Platz wollen wir mindestens verteidigen."