Bundesliga

Umbruch (Hannover) und Feinschliff (1899 Hoffenheim)

Hannover 96 befindet sich im Umbruch; Spekulationen über ein Saison-Abschneiden der Niedersachsen erscheinen deshalb gewagt. In Hoffenheim hingegen deutet vieles darauf hin, dass man sich zumindest in der oberen Tabellenhälfte etabliert.

Hannovers Umbruch schreitet voran. Von der Mannschaft, die unter Mirko Slomka bemerkenswerte Europa-League-Auftritte hinlegte, blieb nicht mehr viel übrig. Cherundolo, Huszti, Ya Konan und Diouf verließen den Verein in dieser Transferphase, nachdem im Vorjahr bereits mit Abdellaoue, Rausch, Eggimann, Haggui und da Silva Pinto tragende Säulen abgewandert waren. Der seit Jahresbeginn als Chefcoach der "Roten" verantwortliche Tayfun Korkut weiß, dass seine Vorstellung von der Spielweise der 96er - weg von den überfallartigen Kontern, mehr nach Ballbesitz trachtend - nicht von heute auf morgen umsetzbar ist: "Wir haben zu viele Neue dabei, die erst unsere Idee reinbekommen müssen, bevor wir den nächsten Schritt machen." Drei Neuzugänge, die als Sofortverstärkung betrachtet werden, sind Joselu Mata (Angriff/aus Hoffenheim), Hiroshi Kiyotake (Mittelfeld/vom 1. FC Nürnberg) und Ceyhun Gülselam (Defensive/von Galatasaray). Weitere Transfers sind denkbar und wohl auch notwendig, obwohl man beim 2:0-Testspielsieg gegen Werder Bremen einen ordentlichen Eindruck hinterließ. Am 10. August verabschiedet sich der langjährige 96er Steven Cherundolo (15 Jahre) von den Hannoveraner Fans. Für das Abschiedsspiel haben sich zahlreiche ehemalige Weggefährten angekündigt.

Markus Gisdols Hoffenheimer Kader blieb von wesentlichen Abgängen verschont. Abwehrspieler Fabian Johnson (zu Mönchengladbach) ist der einzige Stammspieler, der die Kraichgauer verlässt. Da die Defensive in der vergangenen Saison die Achillesferse darstellte, musste man handeln. Auf der Torwartposition holte man sich mit Oliver Baumann (vom SC Freiburg) einen reaktionsstarken Bundesligaroutinier, während die Abwehrreihe bislang mit Ermin Bicakcic (aus Braunschweig) und Pirmin Schwegler (aus Frankfurt) neu bestückt wurde. Die Vielseitigkeit des Schweizers erfreut Gisdol besonders: "Egal, ob auf der Sechs oder Acht: Pirmin ist flexibel einsetzbar, er bereichert unser Spiel eindeutig." Hoffenheims starke Offensive (72 Tore), repräsentiert durch die erfolgreichsten Vollstrecker Firmino, Volland, Salihovic und Modeste, konnte gehalten werden. Damit begnügte man sich jedoch nicht. Die Verpflichtung von Adam Szalai (von Schalke) bedeutet eine weitere offensive Variante für die Kraichgauer - das Spektakel könnte sich fortsetzen.