Weltmeisterschaft

Unspektakuläre Qualifikation im Regenspiel

Große Probleme mit der Klinsmann-Elf hatte das DFB-Team im dritten WM-Spiel vor allem deshalb nicht, weil der Angriff der Amerikaner völlig harmlos blieb. Allerdings taten sich die Deutschen selbst auch gegen den starken Abwehrriegel der USA schwer, deren Ziel deutlich in Richtung Unentschieden ausgerichtet war. Thomas Müller durchbrach dieses Unterfangen allerdings mit seinem vierten Turniertreffer.

Mit Schweinsteiger und Podolski für Khedira und Götze begann Bundestrainer Löw im dritten Spiel erstmals mit einer neuen Startelf. Die äußeren Bedingungen war vom stundenlangen und anhaltendem Dauerregen geprägt, der das Geläuf sowie die Spielgeräte schlüpfrig und teils unberechenbar machte. Dennoch lief der Ball bereits in den ersten Minuten „flüssig“ durch die deutschen Reihen, während sich die USA mit Mann und Maus (außer Dempsey) hinten einrichtete und einen verbissen arbeitenden Riegel aufbaute. Allerdings hatten Müller und im Nachschuss Podolski bereits in der 2. Spielminute erste Möglichkeiten, scheiterten aber deutlich. Des Weiteren lancierte die DFB-Truppe danach mehrere Flanken in den 16er ihres Gegners, doch die Amerikaner überstanden den Druck. Erst nach knapp 20 Minuten fand auch die USA in den Angriff, verfehlte das Ziel aber ebenso. Ansonsten blieb es bei viel Ballbesitz für Lahm & Co., deren wenigen harmlosen Torschüssen und gelegentlichen Konteransätzen der Klinsmann-Boys, die allerdings durchweg versandeten.

Der wenig auffällige Podolski musste schon zur Pause in der Kabine bleiben, wurde durch den bewährten WM-Torjäger Klose ersetzt. Nachdem Özil per Kopf (?!) die erste Chance vergeben hatte (47.), nickte auch der römische Stürmer den Ball am Kasten von Keeper Howard vorbei (52.). Mit der dritten Gelegenheit aber ging Deutschland in Führung. Howard hatte einen Kopfball von Mertesacker bis an den linken zentralen Strafraumrand abgewehrt, dort nahm Müller die Kugel direkt ab und zirkelte sie ins rechte Toreck (55.). Am Spielverlauf änderte sich indes auch nach dem Treffer nichts, denn die USA kam einfach nicht in eine vernünftige Vorwärtsbewegung, weil die deutsche Defensive jeden Keim zu ersticken verstand. Auf dem wasserdurchtränkten Platz bewegte sich ansonsten nicht mehr viel, denn das Ergebnis bedeutete für beide Teams die Qualifikation fürs Achtelfinale, weil die durchdringende Kunde vom Zwischenstand im Parallelspiel zwischen Portugal und Ghana keine Aufregung bei den Gegnern in Recife abnötigte. Erst in der Nachspielzeit hatten plötzlich Bedoya und Dempsey kurz hintereinander zwei Möglichkeiten zum Ausgleich, verpassten diese aber. Als Achtelfinalgegner für Deutschland und die Vereinigten Staaten qualifizierten sich Stunden später dann Algerien und Belgien.
Ulrich Merk