Frauen-EM

Wieder nur Punkteteilungen

Aus den ersten Spielen der Gruppe B ging, wie zuvor in der Gruppe A, kein Sieger hervor. Norwegen hatte es sich selbst anzukreiden, gegen Island nur 1:1 gespielt zu haben. Das deutsche Team indes kam beim 0:0 gegen die Niederlande mit einem blauen Auge davon, auch wenn der Mannschaft ein klarer Elfmeter verweigert wurde.

Islands Auswahl ging als Außenseiter im ersten Spiel der Gruppe B an den Start, auch wenn der Gegner, das von Even Jostein Pellerud gecoachte norwegische Team, nicht mehr der europäischen Spitzenklasse zuzurechnen war. Anfänglich konnten sich Islands Kickerinnen gut in Szene setzen und sogar eine leichte Überlegenheit erzwingen, dann jedoch fand Norwegen seinen Rhythmus und ging in Führung: Kurz vor dem gegnerischen Strafraum legte sich Kristine Hegland einen Flankenball per Kopf selbst in den Lauf, setzte nach und brachte das Leder gerade noch an Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir vorbei (26.). In der Folgezeit drehte Norwegen stark auf, verpasste es aber mehrfach, einen Treffer nachzulegen. Das sollte sich rächen, denn nach dem Seitenwechsel befreite sich Island vom Druck und gestaltete den Spielverlauf offener. Und kurz vor dem Abpfiff fiel der Ausgleich. Nach einem Foul an Sara Gunnarsdottir zeigte Schiedsrichter Kulcsar zurecht auf den Elfmeterpunkt. Margret Vidarsdottir verlud Norwegens Keeperin Ingrid Hjemseth und schob flach zum 1:1 ein (87.).

Deutschlands Nationalelf musste in ihrem Auftaktspiel unerwartet mit einer 0:0-Punkteteilung gegen die Niederlande zufrieden sein. Schon in den ersten 45 Minuten tat sich Silvia Neids Elf damit schwer, ihr Spiel durchzubringen. Zweimal musste Nadine Angerer mit guten Paraden einen Rückstand verhindern, derweil man selber kaum gute Chancen herausholte. Dzsenifer Marozsan tauchte kurz vor dem Halbzeitpfiff nochmals vielversprechend halblinks im niederländischen Sechzehner auf, doch Loes Geurts machte den Winkel zu, so dass die Frankfurterin nur unkontrolliert vorbeischieben konnte. Mit der Hereinnahme von Simone Laudehr wurde das DFB-Team in der zweiten Hälfte zunächst druckvoller, und Laudehr setzte einen Kopfball knapp neben den Kasten. Diese gute Phase hielt allerdings nicht lange vor. Die Frauen aus den Niederlanden formierten sich zunehmend besser, ließen den nun immer fehlerhafter auftretenden Deutschen keinen Raum und kontrollierten die Partie. Einmal mehr musste Angerer durch eine reaktionsschnelle Fußabwehr Schlimmeres verhüten, als Manon Melis frei durch war. "Wir sind mit dem Remis zufrieden, denn wir haben gegen eine sehr starke Mannschaft gespielt. Das ist ein gerechtes Ergebnis ...", kommentierte Neid das Remis.