Anpfiff zur Rückserie

von Günther Jakobsen15:42 Uhr | 24.01.2014

Mit nicht allzu üppigen personellen Veränderungen, aber großen Erwartungen startet die Saison in ihre zweite Halbzeit. Zu Beginn prüft Borussia Gladbach, ob der ungeschlagene Tabellenführer FC Bayern seine Souveränität über die Winterpause bringen konnte.

Dass der Rückrundenauftakt im Borussia-Park zwischen zwei CL-Platz-Teams ausgetragen wird, konnte nicht zwingend erwartet werden. Mönchengladbachs bislang unerwartet starkes Abschneiden macht den Bundesliga-Klassiker der "Fohlen" gegen den FC Bayern jedoch zu einem echten Topspiel. "Wir haben eine fantastische Hinrunde gespielt und mit Platz drei ein tolles Zwischenresultat erzielt", sagt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. "Niemand sollte sich davon aber blenden lassen, denn Mannschaften mit enormer Qualität wie Dortmund, Schalke oder Wolfsburg liegen direkt hinter uns". Vor den Borussen liegt das Kräftemessen mit dem souveränen Tabellenführer, der allerdings beim letzten Test eine 0:3-Niederlage bei Red Bull Salzburg kassierte. "Wir sind bereit", meint Pep Guardiola dennoch. Schweinsteiger wird definitiv fehlen, auch der Einsatz von Martinez ist fraglich.

Am Samstag treten dann die anderen vier Teams auf den Plan, die derzeit auf den internationalen Startplätzen rangieren. Bayer Leverkusen muss beim SC Freiburg antreten, hat im Breisgau aber selten verloren. "Wir müssen durchweg ans Limit gehen und bis zum Schluss hundertprozentigen Einsatz zeigen", fordert Sami Hyypiä seiner Elf höchste Konzentration ab. In der Offensive (Sam noch nicht fit, Kruse fällt wg. Kreuzbandriss lange aus) als auch in der Innenverteidigung (Spahic und Wollscheid gesperrt) fehlen dem Finnen einige wichtige Akteure. Für Freiburg war die längere Pause günstig, da etliche Spieler ihre Verletzungsprobleme auskurieren konnten. "Wir werden am Samstag bis an die Kante gehen", kündigt Christian Streich den favorisierten Gästen einen heißen Tanz an. Borussia Dortmund erwartet die in der Liga zuletzt fünf Mal ungeschlagenen Augsburger, die Hertha stellt sich bei den am Rande der Abstiegsplätze stehenden Frankfurtern vor und der VfL Wolfsburg erwartet im Niedersachsenduell die 96er, mit ihrem neuen Übungsleiter Korkut Tayfun. Beide Mannschaften investierten in ihre Offensive. Hannover lieh vom HSV den lettischen Stürmer Rudnevs aus, während Wolfsburg tief in die Schatulle griff, und de Bruyne vom FC Chelsea loseiste.
Der VfB Stuttgart ist Gastgeber seines oberen Tabellennachbarn FSV Mainz. Personell kann Thomas Schneider aus dem Vollen schöpfen, dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die Schwaben in der Transferphase noch aktiv werden. "Es könnte etwas passieren. Wir werden auf jeden Fall schauen, was zu bewerkstelligen ist", hält Fredi Bobic die Möglichkeit eines Neuzugangs offen. Nürnberg absolvierte die Hinrunde bekanntermaßen ohne Sieg - drei Erfolge in Vorbereitungsspielen bauten die Franken mental auf, vor dem wichtigen Match gegen Hoffenheim.

Am Sonntag wird zuerst das Nordderby Werder Bremen vs. Eintracht Braunschweig angepfiffen. Bei den "Grünweißen" sorgt man sich noch um die Einsatzchancen des grippal angeschlagenen Hunt. Sollte der größte Bremer Leistungsträger der Hinserie ausfallen, kündigte Robin Dutt an, alternativ einen "Plan B, B1 und B2" aus dem Ärmel zu ziehen. Die Braunschweiger Gäste zogen in der Winterpause auf Leihbasis den norwegischen Stürmer Havard Nielsen an Land, mussten auf der anderen Seite aber auch den Ausfall von Oehrl (Sehnenriss) hinnehmen. Abschließend geht es für den Hamburger SV im Spiel gegen Schalke darum, den ausgangs der Hinrunde erzeugten schlechten Eindruck auszubügeln. Die Personallage der Hanseaten hat sich entspannt, mit den zwei Neuzugängen - Ola John und Ouasim Bouy - ist Bert van Marwijk zufrieden. Zufrieden mit seiner derzeitigen Verfassung ist bei den Gästen Jan-Klaas Huntelaar: "Ich habe keine Probleme mehr", erklärt der mit Knieproblemen lange ausgefallene Niederländer und hofft auf ein Comeback zum Rückserienstart.



Zuletzt wurde mir vorgeworfen, ich würde zu spät auswechseln. Aber ich bin ja lernwillig...

— Felix Magath, der in Bochum Gerd Wimmer schon nach 29 Minuten vom Platz holte