Auch Mainz setzt auf Coach aus dem Nachwuchsbereich

von Günther Jakobsen15:15 Uhr | 20.02.2015

Hamburg sinnt auf Wiedergutmachung, Schalke will den Rückserien-Tabellenführer stoppen und Augsburg den Angstgegner aus Leverkusen hinter sich lassen. Angepfiffen wird der 22. Spieltag in Stuttgart.

Dortmund zurück auf gepflasterten Pfaden, Stuttgart noch durchs unwegsame Unterholz tastend: So ähnlich lässt sich die jüngste Entwicklung der Kontrahenten des Freitagabends abbilden. Huub Stevens plädiert vor dem Heimspiel gegen den BVB dafür, sich nicht von Negativergebnissen - wie der in der Nachspielzeit in Sinsheim erlittenen Niederlage - leiten zu lassen. "Jedes neue Spiel ist wichtig", will der Niederländer den Fokus vermehrt auf die Zukunft richten. "Und jetzt spielen wir gegen den BVB. Die haben richtig viel Qualität, um da unten rauszukommen." Die Schwarzgelben blicken dem Match zuversichtlich entgegen: "Vor drei Wochen wäre es leichter gewesen, gegen uns zu spielen", meint Jürgen Klopp.

Kampfansage auch aus Gelsenkirchen: "Mit Werder Bremen erwarten wir die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Unser Gegner weiß derzeit gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, wenn man verliert. Das möchten wir ändern", schickt Horst Heldt einen Gruß an die Grünweißen. Andererseits kann gesagt werden, dass Schalke gar nicht mehr weiß, wie es ist, gegen die Bremer zu verlieren: Seit neun Spielen ist S04 gegen Werder unbesiegt. Eine ausgeglichene Bundesliga-Bilanz steht vor dem Rhein-Main-Derby Mainz vs. Frankfurt (je 3 Siege, 7 Unentschieden). Gewürzt wird dieses Duell durch das Trainerdebüt des Schweizers Martin Schmidt, der den entlassenen FSV-Coach Kasper Hjulmand ersetzt. Schmidt coachte bis dahin die Mainzer U23. Hochinteressant: Augsburg gegen Leverkusen - die Schwaben konnten die Werkself im Verlauf der Rückserie überholen; der direkte Vergleich kann entscheidend werden im Kampf um die internationalen Startplätze. "Wir haben in Bremen eine Partie in den Sand gesetzt, jetzt gilt es wieder an die guten Leistungen der Heimspiele anzuknüpfen", fordert FCA-Trainer Markus Weinzierl eine Reaktion. Gruselig ist indes die Erstligabilanz gegen Bayer: Alle sieben Partien gingen verloren. Weitere Spiele des Samstags: Freiburg erwartet Hoffenheim, Paderborn den FC Bayern und Köln die taumelnden 96er.

Am Sonntag treffen die beiden Europa-League-Teilnehmer auf Klubs vom Tabellenende. Die unglücklich beim FC Sevilla mit 0:1 unterlegene Gladbacher Borussia muss beim Hamburger SV antreten, während Wolfsburg zuhause die erneut auf den vorletzten Rang abgerutsche Hertha erwartet. "Hamburg wird sich sicher ganz anders präsentieren wollen als in München", erwartet MG-Kapitän Martin Stranzl einen hoch motivierten Gegner, der den Makel der 0:8-Scharte so schnell wie möglich verdrängen will. Hoffnung macht den Hamburgern dabei die mögliche Rückkehr der wiedergenesenen Diekmeier und Cleber, sowie eventuell Behrami und Lasogga. Die Erwartungshaltung der Berliner, Zählbares aus Wolfsburg mitzunehmen, sollte angesichts der momentanen Formkurven schwerlich als überschwänglich eingeschätzt werden: Berlin wirkt fragil, derweil der VfL auf einer Erfolgswelle reitet. Trainer Pal Dardai hat sich, entgegen dem Eindruck der letzten Partie (0:2 gegen Freiburg), jedoch entschlossen, zumindest personell nicht allzuviel zu verändern: "Torhüter, Stürmer und Innenverteidiger brauchen Vertrauen. Das ist anders, als auf anderen Positionen", will er den entsprechenden Akteuren erneut die Chance geben. "Ich werde dort nicht sofort nach einem Fehler wechseln. Dann bekomme ich eine unsichere Truppe." Derartige Befürchtungen stehen in Wolfsburg überhaupt nicht auf der Agenda. Der am Donnerstag eingefahrene 2:0-Sieg gegen Sporting Lissabon dürfte Dieter Heckings Mannen, um den Doppeltorschützen Bas Dost, weiteren Rückenwind verschafft haben.



Ich kann nicht mehr als schießen. Außerdem standen da 40 Leute auf der Linie.

— Toni Polster über eine vergebene Torchance