Grob betrachtet ging das 3:3-Remis zwischen Schalke und dem Hamburger SV in Ordnung, weil die Gäste in der ersten Hälfte das bessere Team stellten, derweil Schalke nach hinten raus stärker war. Da beide Mannschaften etwa gleichermaßen instabil in der Defensive agierten, hätten in dieser kurzweiligen Partie sogar noch mehr Treffer fallen können.
Ein starker Auftakt der Schalker. Nach einer Ballereroberung im Mittelfeld leiteten Fuchs und Draxler das Spielgerät flüssig zu Huntelaar weiter, der zentral außerhalb des Sechzehners abzog und Adler mit dem Flachschuss versetzte (2.). Allzu lange konnten sich die "Knappen" auf der Führung jedoch nicht ausruhen. Als van der Vaart auf links Jansen steil schickte, konnte Hamburgs Außenbahnspieler durchziehen und ins Zentrum flanken. Matip bekam die Hand an den Ball - und der HSV deswegen den Elfmeter. Van der Vaart traf souverän (12.). Unverständlich blieb, warum Schalke nach dem Ausgleich keine Reaktion zeigte. Die Hamburger nahmen das Spiel in die Hand, ohne auf großen Widerstand zu treffen. Draxlers Verletzungsausfall (23., Goretzka kam) konnte keine Entschuldigung dafür sein, wie uninspiriert die Gastgeber auftraten. In der 24. Minute bestrafte der HSV die laxe Gangart der "Knappen". Westermann bediente Diekmeier auf dem rechten Flügel, der die Linie entlang marschierte und fein auf den zentral stehenden Beister flankte. Der Kopfball des Hamburgers prallte vom Querbalken gegen Hildebrands Rücken und von dort ins Tor. Eine hoch verdiente Führung, die leicht hätte höher ausfallen können. In der 27. Minute setzte Badelj das Leder nach van der Vaarts Flanke per Kopf nur an den Querbalken. In der Nachspielzeit ließen sich die Gäste allerdings düpieren. Schalke spielte eine kurze Ecke, Fuchs flankte an den langen Pfosten und Huntelaar köpfte freistehend zum 2:2-Ausgleich ein.
Schalke versuchte an den Schwung der letzten Minuten anzuknüpfen und produzierte die erste gute Szene nach dem Seitenwechsel, als Clemens´ satter Distanzschuss nur knapp das rechte obere Eck des Gästetores verfehlte (47.). Die "Rothosen" ließen sich indes nicht lumpen - im Gegenzug konnte erst Hildebrand den durchgebrochenen Beister stoppen (48.). Diese fulminante Phase gipfelte eine Minute später in Hamburgs 3:2-Führung: Sobiech köpfte am langen Pfosten van der Vaarts Eckball in die Maschen. Die erneute Führung der Gäste war jedoch weit entfernt von einer Vorentscheidung, denn Schalke hatte sich mittlerweile besser gefunden und baute allmählich einen unverkennbaren Druck auf den HSV-Kasten auf. Szalai (64., ans Außennetz/69., mit Kopfball an Adler gescheitert) und Farfan (65., Adler parierte) blieben zunächst noch erfolglos. Doch als Adler einen strammen Schuss von Clemens nach vorn prallen ließ, war Szalai zur Stelle und markierte den 3:3-Ausgleich (72.). In der Restspielzeit offenbarten die Gastgeber die größeren Kraftreserven und kamen dem Siegtreffer näher (87., Matip aus wenigen Metern links vorbei). Mit etwas Glück brachte der HSV jedoch die gerechte Punkteteilung über die Zeit.
André Schulin
Das größte Problem beim Fußball sind die Spieler. Wenn wir die abschaffen könnten, wäre alles gut.
— Helmut Schulte