Wechselspiele an der Tabellenspitze und auf zwei Trainerstühlen kennzeichneten den 10. Spieltag. Aber auch Bochums hoher Sieg in Fürth und Duisburgs erster Dreier machten Schlagzeilen.
Bundesligaabsteiger SC Paderborn und Zweitligaaufsteiger MSV Duisburg hatten bislang wenig Freude an der laufenden Saison. Den Zebras bescherte der 10. Spieltag jedoch ihren ersten Dreier: Eine starke Einzelleistung von Neuzugang Chanturia führte in der 81. Minute zum 1:0-Endstand. „Respekt vor dieser laufstarken Truppe, die heute wieder absoluten Willen gezeigt hat. Nur so kommen wir raus aus dem Tabellenkeller“, kommentierte MSV-Coach Gino Lettieri den am Montag eingefahrenen Sieg. Sein Paderborner Pendant, Markus Gellhaus, musste tags darauf die Koffer packen. Er war nicht der einzige Übungsleiter den es in dieser Runde erwischte. Auch für TSV-1860-Coach Torsten Fröling lief die Uhr nach dem 1:1-Unentschieden bei Aufsteiger Arminia Bielefeld ab. Als Frölings Nachfolger wurde umgehend Benno Möhlmann benannt.
Die Situation an der Spitze blieb weiterhin spannend. Dem SC Freiburg genügte das 1:1-Remis beim Karlsruher SC nicht, um die Topposition zu halten. Bochums 5:0-Erdrutschsieg bei der aufstrebenden SpVgg Greuther Fürth führte den VfL zurück an die Spitze. „Ich bin froh, dass wir so hoch gewonnen haben. Doch wenn man das Spiel analysiert, muss man sagen, dass am Anfang zwei Mannschaften auf dem Platz standen, die unbedingt gewinnen wollten“, räumte Gertjan Verbeek ein, dass der SpVgg das Glück im ersten Spielabschnitt nicht zur Seite stand. Bochum war effektiv und hatte in Zweifachtorschütze Terodde (2./54.) und Terrazzino (24., sowie an drei weiteren Treffern beteiligt) seine wirkungsvollsten Angreifer. St. Pauli hielt zwar den dritten Rang, verlor durch die 1:3-Heimpleite gegen Sandhausen aber an Boden. Eintracht Braunschweig (2:1 gegen Union Berlin) und RB Leipzig (3:2 gegen Nürnberg) schlossen zu den Hamburgern auf. Für die Leipziger, die nach 16 Minuten bereits mit 3:0 führten, wäre es fast noch ins Auge gegangen, da man nach hinten raus den Faden völlig verlor und die Aufholjagd des Clubs fast noch ein Remis gebracht hätte. „Letztlich hatten wir sogar Glück, dass es beim für uns 3:2 geblieben ist“, gab Ralf Rangnick zu.
Der 1. FC Heidenheim gewann erstmals in dieser Saison auswärts - und das gleich ausgesprochen deutlich: Theuerkauf (14.), ein Eigentor von Safi (24.), Griesbeck (40.) und Morabit (66.) sorgten für den 4:0-Kantersieg beim FSV Frankfurt. Kaiserslautern, wie Heidenheim in Schlagdistanz zu Platz drei lauernd, setzte sich gegen Fortuna Düsseldorf mit 3:0 durch. „Wir hatten eine hervorragende Einstellung. Düsseldorf ist unheimlich zweikampfstark, aber wir haben fantastisch dagegengehalten. Wir wollten gut stehen und schnell umschalten“, freute sich Lauterns neuer Trainer Konrad Fünfstück über den zweiten Sieg in Folge.
In der Bundesliga gibt es Vereine, bei denen der Trainer und nicht der Arzt entscheidet, wann ein verletzter Spieler den Gips abgenommen bekommt.
— Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Mannschaftsarzt und Legende beim FC Bayern München.