DFB-Team

Auftrag erfüllt

von Günther Jakobsen14:08 Uhr | 30.03.2015

Der 2:0-Sieg in Georgien war rundum verdient, offenbarte aber erneut eine verbesserungswürdige Chancenverwertung der Deutschen. Die 1:1-Punkteteilung zwischen den Konkurrenten Irland und Polen war zudem günstig.

Joachim Löw hatte unmissverständlich klar gemacht, dass in Tiflis kein weiterer Ausrutscher passieren durfte. Ein Sieg war Pflicht, um in der Gruppe D nicht tatsächlich noch ernsthaft in Not zu geraten. Die Mannschaft, nach dem Australien-Experiment wieder zum gewohnten 4-2-3-1-System zurückgekehrt, setzte die Vorgaben um. Die Georgier stemmten sich zwar einsatzwillig mit einem massiven Abwehrbollwerk gegen den Weltmeister, der jedoch in der ersten Halbzeit mit seinem schnellen Kombinationsspiel zu überzeugen wusste. Etliche Vorstöße scheiterten nur daran, dass der verdichtete Raum doch kein Durchkommen ermöglichte, oder die Torchancen nicht entschlossen genug genutzt wurden. In der 5. Minute verhinderte Georgiens Keeper Loria zudem einen frühen Rückstand, in dem er Reus´ Schuss gerade noch an den Querbalken lenken konnte. Die Überlegenheit der Deutschen Elf, in ihrem 900. Länderspiel, war allerdings derart deutlich, dass der 2:0-Halbzeitstand vollauf berechtigt war. Reus gelang der Türöffner, als ihm nach Götzes Dribbeleinlage im Strafraum der Georgier der Ball vor die Füße fiel und der Dortmunder die Chance wahrnahm (39.). Nach feinem Zuspiel des fleißigen und wirkungsvollen Özil packte Müller wenig später den zweiten Treffer obendrauf (44.). Insgesamt musste jedoch Löws Kritik an der ungenügenden Abschlussquote akzeptiert werden.

In den zweiten 45 Minuten konnte das DFB-Team den Faden der druckvollen ersten Hälfte nicht wieder aufnehmen. Zunächst verzeichneten die Georgier eine kurze Phase, in denen sie am Strafraum des Gegners auftauchten. Geprüft wurde Neuer dabei allerdings nicht; der Nationalkeeper hatte seine auffälligste Szene des Spiels, als er, weit entfernt vom eigenen Kasten, an der Seitenlinie einen Einwurf ausführte. Dann bekam Deutschland die Partie wieder in den Griff und Boateng, einer der Besten im deutschen Trikot, konnte sich am Aufbauspiel beteiligen. Viel mehr, als ein weiterer Gebälktreffer von Reus (60.), sprang jedoch nicht heraus. Die drei Punkte waren nicht mehr gefährdet. Probleme konnte man indes damit bekommen, die Anzahl der Flitzer, denen während der Partie der Zugang auf das Spielfeld glückte, zu beziffern. Glücklicherweise waren dies ausschließlich friedfertige Zeitgenossen, die sich mit Komplimenten oder einer Umarmung den Spielern zuwandten.

André Schulin



Es gibt immer einen da draußen, der härter trainiert und besser sein will als du.

— Pelé