Der Leader dreht nach einem 2:0 Rückstand die Partie gegen seinen ersten Verfolger. Die Grasshoppers verpassen es nach der Niederlage gegen Aarau, auf Rang zwei vorzurücken, Luzern fasst in Thun noch nicht Tritt, Lausanne entscheidet das Westschweizer Derby für sich und der FC Zürich siegt auch in Sankt Gallen.
Die Berner Young Boys hätten mit einem Sieg im Spitzenkampf gegen den FC Basel an die Tabellenspitze vorrücken können. Zu Beginn sah es ganz danach aus, wie wenn sie diese Chance nutzten. Bertone mit einem Freistoßtor und Gerndt mit einem flachen Distanzschuss brachten die Gäste 2:0 in Führung. Noch vor der Pause markierte Streller den Anschlusstreffer mit einem strammen Schuss. Die Gelbschwarzen taten nun zu wenig und verlegten sich aufs Verteidigen. Dies wurde mit einem sehenswerten Treffer des eingewechselten Diaz prompt bestraft. Kurz vor Ende sank Streller nach einer Berührung des neuen Innenverteidigers Vilotic im Berner Strafraum zu Boden und erhielt dafür einen Elfmeter, den Fabian Frei problemlos verwandelte. Statt einem Punkt Vorsprung liegen die Young Boys nun fünf Zähler zurück. Das Glück, das Fortes Truppe in der letzten Runde hatte, lag diesmal auf der Seite des Heimteams.
Auch bei der Partie des anderen Berner Vereins, des FC Thun, gab es gegen Luzern ein spätes Tor. Der Anschlusstreffer von Kahraba kam allerdings zu spät. Zuvor hatte Wittwer die Berner Oberländer früh in Führung gebracht. Christian Schneuwly legte noch vor der Pause nach. Die Luzerner konnten damit ihren Fehlstart in die Rückrunde nicht korrigieren.
Der Ex-Schalke-Torhüter Unnerstall machte bei seinem neuen Verein, dem FC Aarau, gegen die Zürcher Grasshoppers einen guten Job. Er hielt hinten lange den Kasten dicht, während Hallenius und Lüscher, letzterer nach einem Fehler von GC-Torhüter Bürki, die Aargauer 2:0 in Führung brachten. Ben Khalifa schaffte zwar noch den Anschlusstreffer nach einer deutlichen Leistungssteigerung der Gastgeber, doch die Gäste reisten mit allen drei Punkten zurück in den Nachbarkanton.
Ein feiner Heber von Ravet nach einer langen Hereingabe brachte Lausanne beim Romand-Derby in Sion in Führung. Herea, der später nach seiner zweiten Gelben Karte vom Platz gestellt wurde, machte den Ausgleich. Doch Ravet doppelte nach und sicherte dem Schlusslicht wichtige drei Punkte im Abstiegskampf.
Auch im Spiel des FC Sankt Gallen gegen den FC Zürich gab es einen Platzverweis. Mutsch musste nach einem Foul an Etoundi, das ihm die zweite Gelbe einbrachte, unter die Dusche. Kurz zuvor eröffnete sein Teamkollege Nater das Skore mit einem Eigentor per Kopfball. Für die Entscheidung sorgte Henrique mit einem schönen Schlenzer nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung.
Andreas Beck, Bern
Tatsache ist, dass wir in dieser Saison noch kein Spiel mit Glück gewonnen, sondern lediglich Spiele mit Pech verloren haben.
— Andreas Brehme, 1. FC Saarbrücken, philosophiert über die Saison 1985/86.