Leverkusen bot gegen Atletico eine rundum gelungene Vorstellung. Ob der 1:0-Sieg als Grundlage für das Weiterkommen im Wettbewerb reicht, muss sich zeigen. Was Arsenal gegen Monaco zeigte, ließ derweil wenig Hoffnung für einen Einzug der "Gunners" in die Runde der letzten Acht.
Die fein anzuschauende Aktion zwischen Bellarabi und dem Torschützen Calhanoglu aus der 57. Minute, in der die Partie entschieden wurde, war nicht die einzige packende Szene des Spiels Leverkusen gegen Atletico Madrid. Mit hohem Engagement und Körpereinsatz drückte Bayer dem Gegner sein Spiel auf und unterband auch dessen gefürchtete Konter. Ein Lattenkracher von Spahic, aus etwa 30 Metern Torentfernung, wäre einen weiteren Treffer wert gewesen (26.) - Atletico spielte allerdings unmittelbar vor dem Seitenwechsel eine Chance heraus, die nur aufgrund Lenos brillanter Reaktion ohne Lohn blieb: Tiagos artistischen Scherenschlag entschärfte Bayers Keeper sensationell. In der letzten Viertelstunde erlahmte dann Atleticos Bemühen um den Ausgleich vollends, weil Tiagos Platzverweis - Gelb-Rot nach Foul an Bellarabi (75.) - Leverkusen eine Überzahl bescherte, die Roger Schmidts Team souverän zu nutzen verstand. Eine Ergebnisverbesserung gelang nicht, doch Schmidt war mit der Ausgangslage vor dem Rückspiel einverstanden: "1:0 ist ein gutes Ergebnis, aber die Tür bleibt offen für Atlético."
Von einer offenen Tür für Arsenal durfte man nicht sprechen. Die "Gunners" hatten vielmehr vor eigenem Publikum dem As Monaco alle Tore zum Einzug in die nächste Runde geöffnet: Treffer von Kondigbia (38.), Berbatov (53.) und Ferreira-Carrasco in der Nachspielzeit - Arsenals zwischenzeitlicher 1:2-Anschluss durch Oxlade-Chamberlain fiel ebenfalls nach Ablauf der regulären Spielzeit - ermöglichten Monaco einen 3:1-Auswärtssieg. "Wir haben unsere Chancen ausgelassen und defensiv zeitweilig selbstmörderisch agiert. Wir sind nicht auf dem Level, das wir uns wünschen", faltete Arsene Wenger seine Elf zusammen. "Wir haben auf dem Platz unsere Nerven und Rationalität verloren." Die Wahrscheinlichkeit, dass Arsenal zum fünften Mal in Folge im Achtelfinale scheitert, ist groß.
Es war heute Abend nicht unser Tag.
— Bryan Robson