Erstmals wieder unter seinem alten/neuen Coach Lewandowski punktete Bayer gegen Hertha, derweil der FC Augsburg seine wohl letzte Chance auf die Europa-League in Sinsheim verspielte. Samstagabend unterlagen unmotivierte Bayern gegen motivierte Dortmunder in der eigenen Arena hoch, verdient und peinlich mit 0:3.
In der ersten Spielminute ging Bayer 04 Leverkusen gegen Hertha BSC bereits durch Kießling in Führung und Castro hätte zwei Minuten später fast den Doppelschlag perfekt gemacht. Damit war eine der beiden aktuell mit am wenigsten erfolgreichen Teams zwar toll gestartet, allzuviel kam danach allerdings nicht mehr von der Werkself. Das Spiel konnten die Berliner zwar nach und nach offener gestalten, Bundesliga-Qualität mussten die Zuschauer in diesem ersten Durchgang aber mit der Lupe suchen. So zum Beispiel in der 24. Minute: Über Son wurde Nachwuchskraft Brandt ins Spiel gebracht, der mit einem geschickten Lupfer auf 2:0 erhöhte. Zuvor hatten Ben-Hatira und Boenisch zwar noch die Querlatte getroffen, doch ansonsten präsentierten die Akteure Schlafwagenfußball. Wagner verkürzte nach einer Freistoßflanke noch trocken per Kopf auf 1:2 (38.). Damit wurde immerhin die Spannung gewahrt. Im zweiten Durchgang wollte oder konnte dann kaum noch etwas gelingen. Hertha verzettelte sich ohne jegliche Kreativität, zeigte aber auch zuwenig offensichtlichen Willen, den Ausgleich zu erzielen. Bayer wagte so gut wie gar nichts mehr, verwaltete überwiegend das Ergebnis. Dieses Unterfangen gelang, auch wenn es in der etwas aktiveren Schlussphase manchmal etwas enger wurde.
Auch für den FC Augsburg lief die miese Serie (Ausnahme: letzte Woche der Sieg gegen den FCB) der letzten Wochen weiter. Bei 1899 Hoffenheim geriet die Weinzierl-Elf durch einen haltbaren Freistoßtreffer von Salihovic in Rückstand (19.). Das Spiel machten zudem vorwiegend die Hausherren, die nach einer Billard-Situation im FCA-16er durch Vestergaard noch vor der Pause glücklich, aber verdient, auf 2:0 erhöhten (41.). Einige Chancen wurden in der zweiten Halbzeit zwar noch von beiden Mannschaften herausgeholt, doch die Torleute ließen nichts mehr anbrennen. Unterm Strich hatte die TSG aber deutliche Vorteile.
Obwohl der FC Bayern München im Prestigeduell gegen Borussia Dortmund mit fast allen Stars aufgelaufen war, wurden die Punkte daheim erstmals in dieser Spielzeit sang- und klanglos abgegeben. Zugegeben, die Borussen spielten ein gut organisiertes Pressing - wie gegen Real Madrid - und nutzten ihre Chancen effektiv, doch in den Köpfen der Bayern-Größen schienen Gedanken an den Bundesligaalltag völlig verdrängt worden zu sein. Zwei Borussen ragten heraus: Mkhitaryan (1:0, 20.) und Reus (2:0, 49.). Youngster Hofmann knallte die Kugel noch zum 3:0 ins Netz (56.), dann waren die Bayern zwar noch alibimäßig etwas bemüht. Doch am Ende hatte BVB-Keeper Weidenfeller wohl sein ruhigstes Spiel in der Allianzarena hinter sich gebracht.
Wo ist in Stuttgart eine Nervenklinik? Ich muss jede Woche dorthin gehen, um mich zu beruhigen!
— Peter Szatmári, VfB Stuttgart.