Freiburg profitierte von einem frühen Tor, Mainz von einem überraschenden langen Ball und der in Unterzahl agierende FC Bayern von seiner Routine. Offenbachs 2:0-Sieg gegen Düsseldorf führte den Drittligisten ins Viertelfinale.
„Sie waren in der zweiten Halbzeit absolut mit uns auf Augenhöhe …“, lobte Freiburgs Coach Christian Streich die dem Sportklub knapp mit 0:1 unterlegenen Karlsruher. Er räumte auch ein, dass der Drittligist nach 90 Minuten ein Unentschieden verdient gehabt hätte - was gewiss nicht übertrieben war. Freiburg gelang es, nach dem sehr frühen Führungstreffer durch Schmid (2.) die Partie bis zur Pause weitestgehend zu kontrollieren. Ein Ausbau der Führung war gut möglich. Der KSC investierte in den zweiten 45 Minuten indes weitaus mehr Leidenschaft als der Erstligist und beschwor immer wieder, gerade auch in der Schlussphase, torgefährliche Szenen herauf. Allein - ein Treffer wollte nicht gelingen, und dem Sportclub blieb eine möglicherweise brisante Verlängerung erspart.
Unerwartete Brisanz entstand im Gastspiel der Bayern beim FC Augsburg, als Ribery wegen einer Tätlichkeit gegen Koo, auf dessen Provokation der Franzose mit einem Wischer durchs Gesicht reagierte, vom Platz gestellt wurde (47., Rote Karte). Bis dahin schien alles seinen mehr oder minder erwarteten Gang zu gehen: Augsburg zeigte sich, wie gehabt, engagiert aber abschlussschwach. Einen abgefälschten Schuss von Koo konnte Neuer mit einer Blitzreaktion noch parieren (8.), dann brachte Gomez den Favoriten nach Riberys starker Vorarbeit aus kurzer Distanz in Führung (26.). Ein Treffer Tymoshchuks aus der 45. Minute, der eine Vorentscheidung hätte bedeuten können, wurde fälschlicherweise nicht anerkannt. Der 30-Meter-Schuss des Ukrainers prallte, von der Unterkante des Querbalkens kommend, hinter der Torlinie auf, was dem Schiedsrichtergespann jedoch entging. So wurde es für die in Unterzahl spielenden Münchner noch einige Minuten ungemütlich, größere Vorteile erspielten sich die Badener allerdings nicht. Der FCB stellte sich auf die veränderte Situartion ein, bekam das Spiel in den Griff und verpasste durch Schweinsteiger (63.) und Mandzukic (80.) gute Möglichkeiten auf einen zweiten Treffer. Den markierte schließlich Shaqiri, der Müllers Querpass souverän in die Maschen umlenkte (85.).
Im ersten Spiel nach Huub Stevens’ Demission fingen sich die nunmehr von Jens Keller betreuten Schalker das Pokal-Aus gegen den FSV Mainz ein. Eine feine Aktion der 05er - Szalai steckte das Leder aus der Drehung auf Caligiuri durch - bescherte den Gästen die 1:0-Halbzeitführung (30.). Schalke war zwar öfter am Ball, ließ jedoch die nötige Schärfe im Abschluss vermissen. Nach Wiederbeginn kamen die Königsblauen besser zum Zuge; der 1:1-Ausgleich durch den von Marica gut in Szene gesetzten Huntelaar war verdient (75.). Recht überraschend schnappte sich Mainz aber erneut die Führung, als ein langer Ball Kirchhoffs das Spielfeld überbrückte. Nicolai Müller pflückte das Leder mit rechts aus der Luft herunter und schoss mit links zum 2:1 ein (83.). Schalkes Anrennen in der Restspielzeit blieb erfolglos, Fuchs hatte in der 85. Minute Pech, dass sein Distanzschuss nur gegen den Querbalken fegte.
Für einen Underdog-Erfolg sorgten die Offenbacher Kickers, die den Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf aus dem Wettbewerb warfen. „Das war ein richtig gutes Spiel von der ersten bis zur letzten Minute“, freute sich Kickers-Coach Arie van Lent. Der Drittligist war am Ende ein verdienter Sieger und hatte ausgangs der Partie klare Vorteile gegen die enttäuschenden Fortunen herausgespielt. Beim 1:0-Führungstreffer staubte Fetsch ab, nachdem Düsseldorfs Schlussmann Giefer einen Schuss Hahns mit Mühe pariert, aber nicht aus der Gefahrenzone hatte bringen können (76.). Voglers 2:0, von Feldhahn aufgelegt, machte dann die Überraschung perfekt (85.).
Der eine will sich im Training nur massieren lassen, der andere nur aufs Tor schießen. Das geht nicht. Fußball ist ein Mannschaftssport.
— Franz Beckenbauer