Begrenztes Risikoaufkommen

von Günther Jakobsen11:50 Uhr | 21.12.2013

Zumindest in der ersten Halbzeit hatte das Spiel zwischen den heimsieglosen Hessen und DER Überraschungsmannschaft der Hinserie noch einen gewissen Unterhaltungswert. Dieser ging nach der Pause jedoch völlig flöten, weil beiden Mannschaften zum Weihnachtsfest wohl partout nicht mehr verlieren wollten.

Anfangs sah es noch richtig schwungvoll aus, wie eifrig sich die Eintracht ans Tagwerk machte, eine unbequeme Augsburger Abwehr in Not zu bringen. Der FCA blieb in der Defensive jedoch betont cool, machte in den richtigen Momenten die Räume zu, so dass die Frankfurter Angriffsversuche regelmäßig abprallten. Das Spiel verlagerte sich somit immer mehr ins Mittelfeld und bestand hauptsächlich aus verbissenen Zweikämpfen, abgebrochenen Angriffszügen sowie mehr Quer- und Rückpässen, als es dem Betrachter lieb war. Das 1:0 für Augsburg nach über einer halben Stunde Spielzeit beinhaltete einerseits die erste echte Torchance der Partie, kam allerdings auch eher zufällig zustande. Verhaegh hatte aus dem rechten Halbfeld an den Fünfmeterraum geflankt, dort gewann der bedrängte Schwegler zwar den Luftkampf, doch der Ball prallte dem völlig freien Bobadilla vor die Füße, der dem überraschten Keeper Trapp keine Chance ließ (33.). Die Abseitsanzeige des Linienrichters, der Linksaußen Werner meinte, überstimmte Schiri Weiner, da der Ball ja vom Gegner (Schwegler) kam. Danach folgten wütende Angriffe der Hausherren, gleichfalls die beste Phase des Spiels. Zuerst scheiterten Josule und Schröck noch an Torwart Hitz. Als Schweglers Flanke vom rechten Flügel jedoch über einen mit Josule beteiligten Luftkampf vor den rechten Fuß von Rosenthal fiel und der Ex-Freiburger blitzschnell abzog, zappelte die Kugel zum Augsleich in den Maschen der Gäste (42.).

Das Tempo zu Beginn des zweiten Durchgangs war nicht von schlechten Eltern, weil Frankfurt intensiv nach der Entscheidung suchte. Aber wie zu Beginn des Spieles war das konzentrierte Abwehrverhalten des FCA so geschlossen und souverän, dass der Veh-Elf der Swing schnell wieder aus den Flügeln entwich. Im Mittelfeld traf man sich somit erneut zum Austragen der hauptsächlichen Auseinandersetzungen, die im Kampf Mann gegen Mann ihre teils auch überharten Höhepunkte feierten. Am leichten Übergewicht der Eintracht veränderte sich zwar nicht viel, aber zum Abschluss kam das Team nicht ein einziges Mal nach der Pause. Augsburg hätte dagegen durch seinen Joker Milik die Partie in der 85. Minute zu seinen Gunsten entscheiden können, doch der Angreifer, der nach einem Steilpass von Baier plötzlich alleine vor Trapp stand, hatte nicht die Nerven, die Kugel am Schlussmann vorbei zu bekommen. Zweimal wehrte Trapp ab und rettete seiner Mannschaft den einen Punkt. Einen Dreier hatte die Eintracht in der Hinserie somit aber immer noch nicht einfahren können.



Es gibt ganz viele junge Spieler. Manchmal ist es wie Gassi gehen mit zehn Hunden.

— Thomas Delaney über seine Aufgabe in der jungen Dortmunder Mannschaft