DFB-Team

Belgischer Big point

von Günther Jakobsen13:55 Uhr | 15.10.2012

Ein schlimmer Spieltag für die Türkei, ein Kantersieg der Deutschen, wichtige Erfolge der Russen und Belgiens sowie ein punktgleiches Führungstrio in Gruppe G: Die dritte WM-Qualifikationsrunde hatte einiges zu bieten.

Belgiens „Rote Teufel“ feierten einen wichtigen Sieg. Treffer von Benteke, De Bruyne und Mirallas sicherten den 3:0-Auswärtserfolg in Serbien, der Marc Wilmots’ Team mit sieben Zählern die Führung in der Gruppe A, vor den punktgleichen Kroaten (2:1 in Mazedonien) einbrachte. „Ich war jetzt bei genug EUROs und Weltmeisterschaften als Fernsehkommentator“, ließ Wilmots die Zuversicht durchblicken, Belgien nach der WM 2002 erstmals wieder zu einem großen Turnier zu führen. Schottlands Hoffnungen, sich nach zuvor zwei Unentschieden mit dem ersten Dreier ebenfalls in der Gruppenspitze einzuklinken, wurden durch Gareth Bale zerstört. Der Star der Waliser bog mit zwei späten Toren Schottlands Führung (27., Morrison) um und machte die „Dragons“ zum Gewinner des britischen Duells. Sowohl Wales (3 Punkte) als auch Schottland hinkten der Spitze jedoch deutlich hinterher.

In der Gruppe B blieb Dänemark auch im zweiten Spiel sieglos. Das 1:1-Remis in Bulgarien war eine Enttäuschung, denn Morton Olsens Kicker erfreuten sich über den größten Teil der Partie eines Überzahlspiels (26., Rote Karte für Bandalovski). Somit konnten sich die nach wie vor ungeschlagenen Bulgaren hinter Tabellenführer Italien (7 Punkte nach dem 3:1 in Armenien) auf dem zweiten Platz halten (5 Punkte). Allerdings musste berücksichtigt werden, dass Tschechien (3:1 gegen Malta) noch ein Spiel in Hinterhand hielt. Die ungleiche Anzahl an Spielen ließ auch in der Gruppe C noch Raum für Spekulationen - Deutschlands 6:1-Kantersieg über Irland ließ an der Führungsposition der DFB-Elf jedoch kaum noch Zweifel offen. Zweifel an der WM-Chance der Türken mussten allerdings nach der 0:1-Heimpleite gegen Rumänien wachsen. Gemeinsam mit den Niederländern (3:0 gegen Andorra) schoben sich die Rumänen mit neun Punkten an die Spitze; eine happige Differenz zu den drei Zählern der Türkei. Selbst Ungarn (6 Punkte nach dem 1:0 in Estland), nächster Gegner der Türkei, hatte nach drei Runden mehr vorzuweisen.

Die Schweiz verpasste es im Spiel gegen Norwegen (1:1) aufgrund ihrer schlechten Chancenverwertung sich an der Spitze deutlicher abzusetzen. Islands 2:1-Auswärtserfolg in Albanien trug ebenfalls dazu bei, dass das Feld der Gruppe E nach drei Runden noch relativ eng zusammen blieb. Kerzhakovs frühes Tor (6.) entschied das Topspiel der Gruppe F zugunsten Russlands gegen Portugal. Die recht defensiv eingestellten Russen überließen den Gästen weitgehend die Spielführung, was sich zumindest in der ersten Halbzeit leicht hätte rächen können, als die Südeuropäer einige gute Torchancen herausspielten. Nach dem Seitenwechsel stand Fabio Capellos Abwehr besser. Israel (4 Punkte) konnte dank eines klaren 6:0-Auswärtssieges näher an Portugal (6 Zähler) heranrücken.

Eine jeweils sieben Zähler ausweisende Troika führte nach der dritten Runde die Gruppe G an. Von der torlosen Punkteteilung der beiden zuvor führenden Teams aus Griechenland und Bosnien-Herzegowina profitierte die Slowakei, die in Bratislava zu einem knappen 2:1-Erfolg über Lettland kam und nun auf den zweiten Platz hochrückte. Hamsik (6., per Foulelfmeter) und Sapara (10., Freistoßtor) sorgten für eine schnelle Führung. Da die Slowaken nicht energisch genug nachsetzten, konnten die Gäste sich anschließend große Spielanteile sichern; ein Elfmetertreffer Verpakovkis zum späten Anschluss (84.) blieb indes die einzige Ausbeute. England hatte erwartungsgemäß keine größeren Probleme mit San Marino (5:0). Da mit Polen und Montenegro die beiden bestplazierten Gegner aus der Gruppe H spielfrei waren, war der Sprung der „Three Lions“ an die Tabellenspitze ungefährdet. Weltmeister Spanien zeigte in Gruppe I im Gastspiel bei Weißrussland dem Gegner die Grenzen auf. Ballkünstler Pedro legte den Osteuropäern drei Tore beim 4:0-Erfolg der Iberer ins Nest. Frankreich, wie Spanien mit sechs Zählern, war ohne Spiel; Georgien (4 Punkte) konnte sich mit einem 1:1-Remis in Finnland seinen dritten Rang erhalten.



Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.

— Franz Beckenbauer