Der Bahnstreik verschont auch die Bundesliga nicht. Hertha BSC wies in seiner Pressekonferenz vor dem Freitagspiel gegen Hannover in aller Ausführlichkeit darauf hin, dass keine S-Bahnen fahren und deshalb mit einem erhöhten PKW-Andrang gerechnet werden muss. Die 96er kündigten an, mit dem Mannschaftsbus anzureisen - anstatt wie geplant per Bahn. "Wir werden rechtzeitig losfahren", scherzte Tayfun Korkut. Die beiden letzten Siege spülten Hannover zurück in die Europa-League-Region: "Wir wollen dranbleiben", sprach Korkut auch davon, Berlin nicht mit leeren Händen verlassen zu wollen.
Am Samstag versucht Liganeuling Paderborn, sein beachtliches Punktekonto in Augsburg aufzustocken. "Wir sind in keinem Spiel Favorit", erteilte André Breitenreiter einer gestiegenen Erwartungshaltung jedoch eine Abfuhr und lobte stattdessen den Gegner: "Der FCA hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt weiterentwickelt und kann uns als Vorbild dienen." Im Soll steht auch Paderborns Mitaufsteiger 1. FC Köln, den es in den Kraichgau verschlägt. "Für uns ist es möglich in Hoffenheim ein positives Spiel abzuliefern und zu punkten", gibt sich Peter Stöger deshalb auch vorsichtig optimistisch vor dem Gang zum Tabellenvierten. Der Spitzenreiter aus München muss bei der Frankfurter Eintracht antreten, die keinen guten Lauf hat (drei Niederlagen zuletzt). "Egal, was zuletzt passiert ist ...", will sich Pep Guardiola nicht mit Statistik befassen und weist auf Frankfurts Stärke hin: "Sie machen viele, viele Tore." Leverkusen erzielte genauso viele Tore wie Frankfurt (17) und sollte gegen Mainz möglichst siegreich abschneiden, sonst könnte der Kontakt zu den CL-Plätzen abreißen. Gästetrainer Hjulmand scheint weniger unter Druck zu stehen: "Wir sind nicht zufrieden mit der Punkteausbeute aus den letzten beiden Spielen, aber mit vielen Elementen unseres Spiels schon." Beim FC Schalke gab es zuletzt nicht sehr viele Spiel-Elemente, die den eigenen Ansprüchen genügten. "Auswärts ist es nicht immer ganz leicht. Zu Hause haben wir 60.000 Fans im Rücken", erwartet Coach Roberto Di Matteo deshalb auch in Freiburg einen schweren Gang. Dass Tabellenschlusslicht Bremen seit der Inthronisierung Viktor Skripniks Rückenwind verspürt, ist auch den Stuttgartern nicht entgangen, die in den drei letzten Spielen immerhin elf Gegentore einfingen. "Ich sehe keinen Favoriten, das steht auch keinem von beiden zu", lässt sich Armin Veh vor dem Gastspiel an der Weser keinen Tipp entlocken.
Das Nordderby VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV sieht der Papierform nach die Gastgeber in der klaren Favoritenstellung. "Wir haben derzeit die nötige Konsequenz im Abschluss. Die Mannschaft zeigt die Qualität, die auch in ihr steckt", freut sich Dieter Hecking über die aktuelle Verfassung des VfL, der in der EL jüngst einen 5:1-Kantersieg über Krasnodar feierte. "Es gibt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit", spielt Klaus Allofs den Bremser im Lager der Niedersachsen. Das unter denkwürdigen Umständen stattfindende Borussen-Duell - CL-Teilnehmer BVB auf Rang 17, CL-Klub Mönchengladbach auf Rang drei - schließt den 11. Spieltag ab. "Wir hatten genug blöde Momente in letzter Zeit", will Jürgen Klopp die Negativ-Überraschungen der Schwarzgelben in der Liga beenden. "Manchmal liegt es nur an Details, Kleinigkeiten können über Sieg und Niederlage entscheiden", will Gästecoach Lucien Favre Dortmunds Negativlauf nicht überbewerten. Seine eigene Erfolgsgeschichte, die Gladbacher gerade zur Rekordserie von 18 ungeschlagenen Partien am Stück geführt zu haben, steht für sich.
Der liebe Gott in seinem Zorn / schickt Bielefeld statt Paderborn.
— Günter Klein (Münchner Merkur) nachdem Bielefeld mit einem 4:0-Sieg über Dynamo Dresden den Aufstieg nahezu perfekt machen konnte, während Paderborn in der 1. Liga abgeschlagen auf Rang 18 rangierte.