Ausgesprochen gegensätzlich starteten Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen in die Champions League-Saison. Der BVB setzte sich nach dem Erfolg über Arsenal an die Spitze der Gruppe D, während sich Bayer nach der unnötigen Niederlage in Monaco vorerst auf Platz drei der Gruppe C wiederfand.
"Glückwunsch an Dortmund, sie waren das bessere Team", begann Arsene Wengers Stellungnahme. Arsenals Manager kam später zu dem Punkt, an dem er Dortmunds stärkeres Mittelfeld als spielentscheidend hervorhob. Für Jürgen Klopp war wichtig, die "Gunners" gar nicht erst ins Spiel finden zu lassen: "Wir wollten eine Pressingmaschine auf den Platz stellen. Das war nahe an der Perfektion." Die hoch überlegenen "Schwarzgelben" wären fast ohne zählbaren Ertrag in die Pause gegangen, da entlohnte ein couragierter Sololauf von Ciro Immobile für den Aufwand. Der Italiener wurde noch in der eigenen Hälfte von Großkreutz angespielt und stürmte gegen die in diesem Moment aufgerückten Gäste in Richtung Szczesnys Kasten. Koscielny rannte nur nebenher und wagte kein Tackling. Kurz vor dem Sechzehner angekommen versetzte Immobile seinen "Begleiter" und einen weiteren Arsenal-Spieler mit einem Trick, hatte dann freien Zugang in den Strafraum und schob das Leder am Gästekeeper vorbei ins lange Eck (45.). Als der sehr agile Aubameyang nach Zusammenspiel mit Großkreutz kurz nach Wiederbeginn zum 2:0 traf (48.), war die Partie entschieden. Der BVB hätte noch weitere Treffer landen können, ein Lattenschuss von Aubameyang (57.) markierte nur eine von mehreren guten Möglichkeiten. Arsenals beste Chance vergab Welbeck, der frei vor Weidenfeller links vorbei schoss (41.).
Vom Spielverlauf gestaltete Bayer Leverkusen seinen Auftakt - jedenfalls in den ersten 45 Minuten - ähnlich souverän wie die BVB. Roger Schmidts Elf hatte im Auswärtsspiel bei AS Monaco alle Fäden in der Hand und genug Torchancen, um in Führung zu gehen. Die besten Gelegenheiten ließen Bellarabi (36.), Son (44.) und Castro (45.) aus. Mit einem einzigen, makellos vorgetragenen Angriff schnappte sich Monaco den Sieg: Kurzawa flankte von links an Bayers Strafraum, wo der frühere Leverkusener Berbatov den Ball direkt per Kopf Moutinho in den Lauf legte. Gegen den Linksschuss des Portugiesen hatte Leno keine Chance (61.). "Wir haben die erste Halbzeit nicht genutzt, um uns selbst auf die Siegerstraße zu bringen", stellte Schmidt ernüchtert fest. Leverkusen war nach dem Rückstand nicht in der Lage, Monaco noch unter Druck zu setzen.
Wir spielten 1971 in Mailand und Günter Netzer saß bei der Spielbesprechung in der ersten Reihe und sagte zu Weisweiler: Jetzt weiß ich endlich, dass Sie keine Ahnung von Fußball haben!
— Berti Vogts über Günter Theodor Netzer