Barcelona setzte sich in einem sehenswerten Finale mit 3:1 gegen Turin durch. In der zweiten Hälfte vermittelte Juve zeitweilig durchaus den Eindruck, das Spiel kippen zu können, was den Spannungsbogen hoch hielt.
Die Annahme, ein frühes Tor würde einem Spiel gut tun, darf durch den Finalverlauf getrost als bestätigt betrachtet werden. Eine herrliche Kombination der favorisierten Katalanen - über Messi, Alba und Iniesta kam der Ball zu Rakitic, der aus neuen Metern direkt verwandelte (4.) - öffnete die Tür für ein jederzeit lebendiges, spannendes Match. Sofern Barca es zuließ, versuchte Juventus durchaus, das Spiel in des Gegners Hälfte zu tragen. In den ersten 45 Minuten sah es jedoch verstärkt danach aus, als könnte der überlegene spanische Champion eine Vorentscheidung erzwingen. Buffons starke Reaktion, als er, auf dem falschen Fuß erwischt, Alves´ 16-Meterschuss noch mit dem Herausschnellen des linken Armes abwehrte (14.), machte eine Riesenmöglichkeit der Spanier zunichte, die oftmals nur durch Fouls gestoppt werden konnten. Vor dem Halbzeitpfiff vergab Suarez drei mehr oder minder klare Möglichkeiten (39./40./44.). Ter Stegens Können wurde nicht abgefordert.
Mit dem Wiederbeginn schien Barcelona auf dem besten Weg, die Versäumnisse des ersten Durchgangs nachzuholen. Juve wurde nahezu eingeschnürt, als Messi & Co. ihr schnelles Kombinationsspiel zelebrierten, zunächst aber ohne erfolgreichen Abschluss blieben. Ein Gegenstoß der Italiener stellte den Spielverlauf dann auf den Kopf: Marchisios feiner Hackentrick öffnete über rechts Lichtsteiner den Raum. Der Schweizer flankte ins Zentrum auf Tevez, dessen Schuss Ter Stegen mit Mühe parieren konnte. Der Abpraller fiel jedoch Morata vor die Füße, der problemlos den Ausgleich herstellte (55.). Damit war nicht zu rechnen gewesen - und Barca kam ins Schlingern. Auf einmal gab Juve den Takt vor und spielte gute Chancen heraus, die Führung zu übernehmen. Barcelona bot sich somit die Möglichkeit, einen Konter anzusetzen, was in der 68. Minute zum 2:1 führte: Messis verdeckten Schuss konnte Buffon nicht weit genug wegfausten; der heranstürmende Suarez staubte aus kurzer Distanz ab. Der Treffer änderte den Spielcharakter erneut, da die Spanier wieder federführend wurden. Ein Treffer Neymars wurde nicht anerkannt, da der Brasilianer sich den Ball an den Arm köpfte, bevor er ins Netz rauschte (71.). Im Endspurt scheiterte Juve an ter Stegen, der Marchisios Aufsetzer abwehrte (89.). Schiedsrichter Cüneyt Cakir ordnete eine insgesamt fast sieben Minuten währende Nachspielzeit an, in der Neymar als krönendem Abschluss per Konter noch das 3:1 für die Katalanen erzielte, die zurecht die europäische Krone einheimsten.
Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!?
— Giovanni Trapattoni