Eine böse Überraschung überfuhr das inspirationsarme Team aus Uruguay in der WM-Gruppe D, so dass auch die etwas später zum Dschungel-Treffen antretenden, kommenden Gruppengegner Italien und England (2:1 für Pirlo & Co.) neue Überlegungen in Richtung Costa Rica anstellen müssten. Davor hatten freche Kolumbianer in der Gruppe C mit Griechenland beim 3:0 recht wenig Probleme, während Japan im Spät-Kick der selben Gruppe beim 1:2 zurecht der Elfenbeinküste die Punkte überlassen musste.
Die "Cafeteros", Zweiter in der WM-Quali Südamerikas, waren 16 Jahre lang nicht bei einer WM vertreten, feierten aber ein sehr ansehnliches Comeback gegen Griechenland. Bereits nach fünf Minuten hatte Amero mit einem abgefälschten Treffer Kolumbien in Führung gebracht. Hellas wirkte zwar kaum angeschlagen, konnte aber wenig mit dem Übergewicht anfangen, das ihnen die Führenden überließen, indem diese das Mittelfeld freigaben. Nach mehr oder weniger gelungenen Schussversuchen, aber auch reichlich Leerlauf auf beiden Seiten, fiel die Vorentscheidung in der 58. Minute durch einen Abstauber von Gutierrez, der eine Eckballverlängerung von Aguilar über die Torlinie drückte. Nachdem Gekas per Kopf die größte Chance der Griechen an die Latte gesetzt hatte (63.), blieb das Team zwar im Vorwärtsgang, aber vorne ohne Esprit. Den letzten Konter Kolumbiens nutzte James Rodriguez dagegen zum 3:0 für die Südamerikaner in der Nachspielzeit.
Mit einem frühen Treffer durch Honda (16.) gingen im zweiten Spiel der Gruppe C defensiv eingestellte Japaner gegen die Elfenbeinküste in Front. Die taten sich gegen das asiatische Bollwerk lange Zeit schwer, doch als nach über einer Stunde Altstar Drogba eingewechselt wurde, gelang prompt die Wende. Zuerst köpfte Bony zum Ausgleich ein (64.), dann machte Gervinho (66.) mit einem allerdings nicht unhaltbaren Kopfball ins kurze Eck den Doppelschlag perfekt. Japan verstand es nicht mehr, sein Spiel umzustellen und musste am Ende mit einer 1:2-Niederlage leben.
Die Sensation des bisherigen Turniers muss man wohl der Mannschaft von Costa Rica zuschreiben, die sich nicht vom 0:1 gegen Uruguay durch Cavanis Elfer nach 24 Minuten schocken ließ. Vor allem der 21-jährige Angreifer Joel Campbell schoss sich bereits im ersten Durchgang etwas ein, traf aber noch nicht genau genug gegen die in der Deckung keineswegs souveräne "Celeste". Nach dem Seitenwechsel hämmerte Campbell allerdings den Ausgleich ins Netz (54.) und Duarte erhöhte per Flugkopfball in toller Manier auf 2:1 für den Außenseiter (58.). Während den Urus auch in der Schlussphase wenig einfiel, der noch angeschlagene Stürmerstar Suarez auf der Ersatzbank versauerte, vollendete Joker Urena nach einem tollen Steilpass von Campbell auf 3:1 (84.) und vollendete die unerwartete Demontage des WM-Vierten von 2010.
Nach dem überraschenden Auftakt der Gruppe B trafen in Manaus, dem zurecht sehr kritisch betrachteten Austragungsort im Amazonas-Dschungel, die Hochkaräter Italien und England aufeinander. Bei besonders hoher Luftfeuchtigkeit boten die beiden europäischen Teams eine starke Partie und unterstrichen, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Marchisio gelang mit einem Schuss-wie-ein-Strich aus der zweiten Reihe die Führung für die "Squadra Azzurra" (35.), die einmal mehr glänzend von Regisseur Pirlo geführt wurde. Allerdings antwortete England umgehend durch Sturridge, der eine tolle Vorarbeit von Youngster Sterling und Wayne Rooney verwertete (37.). Mit dem 2:1 durch Balotellis Kopfballabnahme nach langer Flanke von Candreva (50.) aber legte Italien erneut vor und verteidigte unter den schwierigen klimatischen Bedingungen diesen Vorsprung bis zum Abpfiff. Den Briten ging gegen Ende der Partie dann doch die Luft aus, während sich die Defensive des Prandelli-Teams inzwischen stabilisiert hatte.
Nach Dallas und Denver war bei uns in Düsseldorf am meisten los.
— Günter Thiele von Fortuna Düsseldorf im ZDF-Sportstudio (1985), über die Bildung eines neuen F95-Vorstandes.