DFB-Team

Debakel des Titelhalters

von Günther Jakobsen22:29 Uhr | 14.06.2014

Der zweite Wettkampftag hatte es in sich. Mexiko setzte sich gegen enttäuschende Kameruner durch, und Chile bezwang weitaus mühevoller als erwartet tapfer kämpfende "Socceroos". Den Kracher lieferten jedoch die Niederländer ab, die Spanien mit 5:1 abwatschten.

Eine schwache Schiedsrichterleistung rettete Kamerun in die Halbzeitpause: Zwei reguläre Treffer von Dos Santos (11./30.) wurden nicht anerkannt, was dem mexikanischen Stürmer verständlicherweise beinahe die Fassung raubte. Der strömende Regen während dieses Spiels mag dazu beigetragen haben, dass die Gemüter der Mittelamerikaner ob der klaren Benachteiligungen nicht überkochten. Volker Finkes "Unzähmbare Löwen" konnten in der ersten Halbzeit aber zumindest zeitweise dagegenhalten - Eto´o hatte Pech mit einem Pfostenschuss (21.) -,dennoch war das torlose Unentschieden zur Pause schmeichelhaft für die Afrikaner. Dem stark aufspielenden Peralta glückte in der 61. Minute der alles entscheidende 1:0-Siegtreffer; nachdem Kameruns Schlussmann Itandje einen Schuss von Dos Santos nicht aus der Gefahrenzone fausten konnte, staubte Peralta ab. Mexikos Überlegenheit in den zweiten Minuten hätte leicht zu einem höheren Erfolg führen können.

Das erste Spiel der Gruppe B war nicht nur nominell eine Top-Partie: Die kleine Revanche der Finalpaarung der vorigen WM, Spanien vs. Niederlande, avancierte zu einem absoluten Paukenschlag. Größere taktische Geplänkel waren von Beginn an nicht gefragt, Casillas verhinderte gegen Sneijder einen Rückstand des Titelhalters (8.). Ein unberechtigter Foulelfmeter verhalf Spanien zur Führung (27.), Xabi Alonso verwandelte sicher. Step-by-step erholten sich die Niederländer vom Rückschlag und ein sensationeller Flugkopfballtreffer van Persies stellte kurz vor der Pause den Ausgleich her (44.). Was danach kam, konnte nur als Demontage der Iberer bezeichnet werden. Robben, mit enormem Laufvermögen und Dynamik imponierend, versetze Spaniens Innenverteidigung und hämmerte zum 2:1 ein (53.). Eine weitere Schiedsrichterfehlleistung, ein Foul an Casillas wurde nicht geahndet, nutzte de Vrij per Kopf zum 3:1 (65.). Spanien war nicht der Lage, zu reagieren. Die Niederländer indes blieben hochkonzentriert und nutzten einen Lapsus von Casillas durch van Persie aus (72.) und Robben schließlich setzte dem Ganzen die Krone auf, als er einen Sololauf zum 5:1 abschloss (80.).

Im anderen Spiel der Gruppe B schien die Entscheidung früh gefallen: Ohne auf nennenswerten Widerstand zu treffen, brachten Sanchez (12.) und Valdivia (14.) die Chilenen gegen das bis dahin vollkommen überfordert wirkende Team Australiens in Front. Ein Schützenfest schien sich anzubahnen, doch Chile nahm den Fuß vom Gaspedal - und Australien diese Einladung an. Mit recht einfachen Mitteln kamen die Ozeanier zu beachtlichen Torchancen, eine davon nutzte Cahill zum 1:2-Anschlusstreffer (35.). In der zweiten Hälfte überraschte Australien mit beherztem Vorwärtsdrang. Allein, in der Chancenverwertung überzeugten die "Socceroos" nicht. In der Schlussphase eröffneten sich den Chilenen größere Räume und ein Zusammenspiel der eingewechselten Pinilla und Beausejour mündete in der viel zu deutlich ausgefallenen 3:1-Entscheidung zugunsten Chiles - ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen.



,,Trainer, glaubst du an Gott?" - ,,Ja, ich glaube an Gott!" - ,,Das ist gut, denn er steht gerade vor dir."

— Dialog zwischen Zlatan Ibrahimovic und Carlo Ancelotti.