DFB-Team

Der unspektakuläre Weltfußballer

von Günther Jakobsen13:15 Uhr | 13.07.2011

Fabio Cannavaros Karriereende war so nicht geplant, auch wenn deren Ausklingen bereits eingeleitet war. Das einstige italienische Abwehr-Ass will dem Fußball aber erhalten bleiben.

Am 9. Juli gab Fabio Cannavaro das offizielle Ende seiner Spielerkarriere bekannt. Knieprobleme machten dem 37-Jährigen derart zu schaffen, dass auch der Einsatz in der Premier Division der Vereinigten Arabischen Emirate (bei Al-Ahli Dubai), wo er seit 2010 unter Vertrag stand, nicht mehr zu bewältigen war. Die Restzeit seines Dreijahres-Kontraktes plant Cannavaro auf Funktionärsebene für Al-Ahli tätig zu sein.

In der seit 1982 bestehenden Liste der Weltfußballer (seit 1991 offiziell unter FIFA-Schirmherrschaft) nimmt der gebürtige Neapolitaner eine Sonderstellung ein: Er ist der einzige Abwehrspieler unter all den gekürten Häuptern. Anno 2006, als er Italien mit der Kapitänsbinde der Squadra Azzurra ausgestattet zum WM-Erfolg führte, wurde Cannavaro vor den Ballkünstlern Zinedine Zidane und Ronaldinho zum weltbesten Kicker gewählt. Der Weltmeister-Bonus trug seinerzeit zweifellos seinen Teil zur Weltfußballer-Auszeichnung bei, doch wäre dem Innenverteidiger die Ehrung wohl schwerlich zuerkannt worden, hätte er sich während seiner Karriere auf einer Position, in der man geschätzt aber selten glorifiziert wird, nicht auf sportliche Weise herausragend behauptet.

136 Mal trug Cannavaro das Trikot der italienischen Nationalelf; für den SSC Neapel, AC Parma, Inter Mailand, Juventus Turin und Real Madrid stellte er seine Abwehrqualitäten in Punktspielen bis zum Karriereabschluss bei Al-Ahli zur Verfügung.



Beckenbauer wäre die Idealbesetzung, leider hat er erklärt, dass er jeden erschießen würde, der ihn noch einmal mit dem Traineramt in Verbindung bringt.

— Reiner Calmund 2004 zur Bundestrainer-Suche beim DFB.