DFB-Team

DFB-Elf mit viel Pech

von Günther Jakobsen10:04 Uhr | 16.08.2012

Die deutsche Nationalmannschaft verlor mit einer 1B-Elf das erste Länderspiel dieser Saison. Die 1:3-Niederlage gegen Argentinien kam jedoch unglücklich zustande. Eine Stunde lang musste der Rekordeuropameister in Unterzahl überstehen, mit Khedira sorgte ein eigener Mann für den ersten Gegentreffer, und die beiden anderen Gegentore fielen ausgerechnet dann, wenn die deutsche Auswahl etwas besser im Spiel war.

Noch bevor die Nationalspieler ihr erstes Pflichtspiel im Verein absolviert hatten, trat die DFB-Elf zum ersten Länderspiel dieser Saison an. Mit Neuer, Schweinsteiger, Gomez (angeschlagen bzw. verletzt), Podolski (wurde für die am Wochenende beginnende Premier-League-Saison geschont) und Kapitän Lahm (private Gründe) fehlten allerdings gleich fünf Stammkräfte von der vergangenen Europameisterschaft. Nach 25 Minuten musste Bundestrainer Löw einen weiteren Leistungsträger ersetzen. Hummels verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Higuain und wurde ausgewechselt. Die Deutschen waren zunächst die tonangebende Mannschaft, aber sie taten sich schwer, zum Abschluss zu kommen. Torgefährlich wurden die Löw-Schützlinge in der ersten Halbzeit nur, wenn sie kontern durften, nachdem die Argentinier zu weit aufgerückt waren. In der zweiten Minute wurde ein Schuss von Özil abgeblockt. Zehn Zeigerumdrehungen später kam der Real-Madrid-Profi zwar zum Abschluss, aber er scheiterte am gegnerischen Schlussmann Romero. Ab Mitte der ersten Halbzeit übernahmen die Südamerikaner das Kommando. Nach genau einer halben Stunde durchbrach ein Pass von Mascherano die Nahtstelle der deutschen Innenverteidigung, und der durchgestartete Ex-Münchner Sosa konnte vom DFB-Torwart Zieler im Strafraum nur noch mit einem Foul gebremst werden. Es gab nicht nur Elfmeter für Argentinien, sondern Zieler flog auch als erster deutscher Nationaltorhüter der Fußballgeschichte vom Platz. Der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Weltfußballer Messi trat zum Strafstoß an, schoss ihn jedoch ähnlich schwach wie Bayerns Arjen Robben im Champions-League-Finale gegen Chelsea und scheiterte am gerade eingewechselten ter Stegen (32.). Nach dem vergebenen Elfmeter steigerte sich jedoch nicht nur Messi, sondern auch die restliche Albiceleste. Weil die Argentinier immer mehr nach vorne riskierten, wurden sie zugleich in der Defensive anfällig für deutsche Konter. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gingen die Gauchos - wenn auch etwas glücklich - in Führung. Nach einer argentinischen Ecke durch di Maria trat Khedira mit seinem rechten Bein über den Ball, und sein linkes Standbein fälschte die Kugel ins eigene Netz ab.

Aus der Kabine kam der Rekordeuropameister mit neuem Elan. Lediglich vier Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Reus den Ball an den linken Pfosten knallte. Klose staubte zwar anschließend ab, aber aus einer Abseitsposition, weswegen dem Treffer zu Recht die Anerkennung verwehrt blieb. Nur wenig später wurden die Hoffnungen der Deutschen allerdings wieder zerstreut. Der eingewechselte Agüero passte den Ball auf den linken Flügel zu Higuain, und nach dessen Zuspiel zurück in die Mitte beförderte Messi die Kugel mit einem trockenen Schuss in die Maschen (52.). Vom zweiten Gegentreffer zeigte sich die DFB-Elf beeindruckt, und Argentinien bekam das Spiel unter Kontrolle. Auch das dritte Tor für die Südamerikaner fiel aus deutscher Sicht zur Unzeit - ausgerechnet in einer Phase, in der sich die Löw-Schützlinge etwas von der argentinischen Dominanz befreien konnten. Und eigentlich hatte die deutsche Abwehr den Angriff, der zum 0:3 führte, schon geklärt. Doch di Maria schoss den Ball auf gut Glück aus 30 Metern Richtung Tor, und sein Sonntagsversuch landete im Gehäuse (73.). Obwohl Messi (76.) und Higuain (86.) anschließend den Pfosten trafen, wäre ein Kantersieg unverdient gewesen. Die DFB-Auswahl gab sich nie auf und verdiente sich den Ehrentreffer in der 81. Minute. Nach einer Götze-Flanke brachte Höwedes die Kugel mit einem Flugkopfball im Tor unter.

Senthuran Sivananda



Ich wollte den Ball treffen, aber der Ball war nicht da.

— Anthony Yeboah auf die Vorwurf, er habe gegen Michael Schulz nachgetreten