Erleichterung im DFB-Lager: Der 3:0-Sieg gegen Island, im zweiten Gruppenspiel, sollte die Basis für einen guten Turnierverlauf, zumindest jedoch für den Viertelfinaleinzug der Deutschen gewesen sein. Die andere Partie der Gruppe B endete mit einem knappen 1:0-Erfolg Norwegens über die Niederlande.
„Ich wollte den Ball eigentlich nur behaupten und auf einmal war er im Netz. Ein tolles Gefühl“, schilderte Solveig Gulbrandsen die Szene aus der 54. Minute, als sie Norwegens 1:0-Siegtreffer markierte. Die 32-Jährige war nach einem halbherzigen Befreiungsschlag der Niederlande in knapp 30 Metern Torentfernung in Ballbesitz gekommen. Da sie nicht attackiert wurde, drang Gulbrandsen mit dem Leder am Fuß in den Strafraum ein und zog aus zehn Metern ab. Kurz zuvor hatten die direkt nach dem Seitenwechsel stark auftrumpfenden Skandinavierinnen bereits den linken Pfosten des gegnerischen Gehäuses getroffen. Unterm Strich hing der Erfolg jedoch am seidenen Faden, da die Niederlande über weite Strecken Paroli bot und Pech hatte, als Anouk Hoogendijks Kopfball aus der 78. Minute nur am Querbalken landete.
Überlegen trat die deutsche Auswahl gegen Island über die gesamten 90 Minuten auf. An Souveränität mangelte es jedoch zunächst; die nötige Ruhe fehlte, da ein gewisser Erfolgsdruck nach dem vorangegangenen Remis gegen die Niederlande auf Silvia Neids Mannschaft lastete. Dzsenifer Marozsans perfekte Vorlage auf Lena Lotzen leitete dann in der 24. Minute die wichtige 1:0-Führung ein. Lotzen düpierte im Sechzehner ihre Gegenspielerin und zirkelte den Ball klasse ins linke Eck. Danach spielte das DFB-Team weitere gute Torraumszenen heraus. Brisant ging es in der 42. Minute im Sechzehner Islands zu, als zunächst Celia Okoyino da Mbabi mit einer sehenswerten Direktabnahme an Islands Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir scheiterte, die auch die Nachschüsse von Leonie Maier und Lotzen parierte. Gunnarsdottir lieferte eine ganz starke Partie ab, derweil DFB-Keeperin Nadine Angerer einen für sie ereignislosen Arbeitstag verbrachte. Nach der Halbzeitpause belohnte sich dann da Mbabi für ihren vorbildlichen Einsatz: Als Gunnarsdottir einen Schuss Maiers nur abklatschen konnte, setzte die Stürmerin den Abpraller zum 2:0 unter die Querlatte (54.). Dieser Treffer entspannte die Situation der Deutschen erheblich; in der Folgezeit wurde zeitweilig der Klassenunterschied zu den kämpferischen Isländerinnen überdeutlich dargestellt. Der 3:0-Endstand, erneut durch da Mbabi, nach einer Flanke Lira Bajramajs, fiel letztendlich noch glimpflich für Island aus. „Das 3:0 geht in Ordnung. Lena Lotzen hat den Bann gebrochen. Das Team hat alles perfekt umgesetzt“, umriss Silvia Neid die gelungenen 90 Minuten.
Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
— Aleksander Ristic