DFB-Team

Die Defensive sicherte das Weiterkommen

von Günther Jakobsen21:34 Uhr | 04.07.2014

Nach dem zeitigen 1:0 durch einen Kopfball von Mats Hummels schaltete die DFB-Elf etwas zurück und konzentrierte sich auf die Kontrolle des Viertelfinals, setzte vorwiegend auf gelegentliche Konter. Frankreich machte es dem deutschen Team zumeist leicht, leistete sich viele Fehler im Offensivspiel und wirkte vor dem Tor des erneut souveränen Manuel Neuer durchweg zu unkonzentriert. Schürrle hatte zwei weitere Treffer auf dem Fuß, die Franzosen zwar auch, doch die Torhüter blieben Herren der Lage. Dank starker Abwehr ein verdienter Halbfinaleinzug der Löw-Truppe.

Mit Hummels, Khedira und Klose in der Startelf überraschte Bundestrainer Löw einige Vorhersagen bzgl. der Aufstellung, ließ Mertesacker, Götze und natürlich den verletzten Mustafi draußen, zog zudem Lahm auf den rechten Außenverteidigerposten zurück und beorderte Boateng in die Innenverteidigung. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und mittelprächtige Hitze von etwas über 25 Grad Celsius ließen keinen Tempofußball erwarten. Deutschland kontrollierte das Spiel zwar früh, doch die Franzosen hatten die erste Möglichkeit durch Benzema, der das Tor aber verfehlte (7.). Dann klärte Hummels zuerst hinten einen weiteren Vorstoß von Les Blues, ehe er sich bei einem Freistoß aus dem linken Halbfeld von Kroos mit in den gegnerischen 16er begab und prompt die Kugel mit dem Kopf im Zweikampf gegen Varane erwischte und unter die Latte ins Tor der Franzosen weiterleitete (12.). Nach dem Führungstor bewährte sich die neu formierte Deckung der Deutschen mit ihrer konzentrierten Arbeit, ließ keine herausragenden Chancen des Gegners zu. Zwingende Angriffe hatte die DFB-Elf selbst aber auch kaum zu bieten, weil vor allem der letzte Pass wenig sorgsam gespielt wurde. Der kleine Rempler gegen Klose war zudem keinen Elfmeterpfiff wert (24.). Zehn Minuten später retteten Neuer und Hummels den knappen Vorsprung gekonnt gegen Valbuena und Benzema, dann nochmals umgekehrt zweimal gegen Benzema (42., 44.).

Im zweiten Durchgang intensivierten die Franzosen ihr Angriffsspiel zwar, doch die DFB-Truppe wurde defensiv gleichfalls stärker und ließ anfangs nichts Aufregendes zu. Letztlich ergaben sich in der Folgezeit nur wenig zwingende Abschlüsse durch Varane (61.) und Matuidi (76.). Deutsche Konter schloss Müller zweimal nicht ganz ungefährlich ab (72., 74.), während Schürrle inzwischen für Klose eingewechselt worden war. Zwei Hochkaräter aber ließ der deutsche Joker in der 82. und 88. Minute aus, hätte mit dem mehr als gut möglichen 2:0 alle Zweifel auf ein Weiterkommen beenden können. Am Ende musste Neuer in der Nachspielzeit nochmals einen Schuss von Benzema parieren, dann hatte der Favorit dank einer starken Defensivarbeit die letztlich zu unerfahrene Truppe von Didier Deschamps aus dem Turnier gekegelt.

Ulrich Merk



Ich denke Deutsch. Ich sehe nur ein bisschen anders aus.

— Gerald Asamoah