Zwei ungeschlagene Mannschaften eröffnen am Freitagabend den dritten Spieltag. Der kleine Unterschied: Gastgeber Bayer Leverkusen setzte sich dank zweier Siege an die Tabellenspitze, während Werder Bremen aufgrund jeweiliger Steigerungen in der zweiten Halbzeit noch Punkteteilungen erkämpfte.
"Auch wenn die Tabelle nach zwei Spieltagen noch nicht sehr aussagekräftig ist, ist es immer schön, an der Spitze zu stehen", will Bayer-Trainer Roger Schmidt die exponierte Platzierung halten. Gäste-Coach Robin Dutt, der die Werkself in der Saison 2011/12 coachte, möchte seine Mannschaft von Beginn an auf Betriebstemperatur spielen sehen: "Wir werden versuchen, in Leverkusen da weiterzumachen, wo wir gegen Hoffenheim aufgehört haben." Das Aufsteigerduell Paderborn (Platz 2) gegen Köln (4) markiert formal das Topspiel. "Die Kölner haben eine tolle Mannschaft, die in der vergangenen Saison wenig Tore kassiert hat", weist André Breitenreiters Kommentar darauf hin, dass der SCP-Trainer eher defensiv eingestellte Gäste erwartet. Sein Kontrahent, FC-Coach Peter Stöger, glaubt an ein offenes Spiel: "Sie haben wie wir vier Punkte geholt und ordentliche Leistungen gebracht. Daher sehe ich die Mannschaft gar nicht so sehr als Außenseiter wie die Paderborner von sich selbst sagen." Außenseiter sind jedenfalls der VfB Stuttgart (auswärts beim FC Bayern) und der SC Freiburg (beim BVB). Auf Seiten der "Schwarzgelben" ist vom Comeback Kagawas auszugehen. Die restlichen drei Samstags-Begegnungen erlauben keine klare Tendenz. Hoffenheim rettete in Bremen glücklich ein Remis und steht deshalb mit einigen Fragezeichen vor dem Heimspiel gegen die bislang noch sieglosen Wolfsburger. Zu wechselhaft präsentierte sich auch die Hertha, um als klarer Favorit gegen den FSV Mainz wahrgenommen zu werden. Berlins Trainer Jos Luhukay behielt sich die Entscheidung vor, ob Neuverpflichtung Kalou schon zum Einsatz kommt; Schieber erhielt jedenfalls die Zusage, gegen Mainz dabei zu sein. Im Samstagspätspiel treffen mit Gladbach und Schalke zwei Teams aufeinander, die - tabellarisch - noch nicht die ihnen zugesprochenen Positionen einnehmen konnten. "Die Schalker haben gerade offensiv ein Riesenpotenzial und sehr viele personelle Möglichkeiten. Innerhalb eines Spiels können sie das Tempo für 20 Minuten extrem beschleunigen, da müssen wir auf der Hut sein", warnt Lucien Favre vor den "Knappen." Offen ließ er, wer neben Raffael im Sturm der Gastgeber beginnt - Hrgota oder Kruse.
Nicht die besten Nachrichten: Der fehlgestartete Hamburger SV muss am Sonntag beim Nordderby in Hannover neben Jansen (Leistenprobleme) auch auf Routinier van der Vaart (Wadenzerrung) verzichten. Umso mehr hofft man bei den Hanseaten, dass die bislang noch nicht zum Zug gekommenen Neuzugänge Ostrzolek, Cleber, Nicolai Müller, Green und Holtby einen gelungenen Saisoneinstieg feiern können. Auf welche Formation der "Roten" die "Rothosen" treffen ist noch nicht sicher. "Meine Mannschaft kann alles umsetzen - auch ein 4-3-3. Wir haben nun die idealen Spielertypen und sind flexibler geworden", hält sich 96-Coach Tayfun Korkut alle Optionen offen. Zuvor hat Eintracht Frankfurt die Chance, sich in der Spitzengruppe festzusetzen. Thomas Schaafs Team empfängt den FC Augsburg, der als einzige Mannschaft mit zwei Niederlagen in die Saison startete.
Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
— Jürgen Wegmann