Zwar hielt der 1. FC Köln zeitweise die Partie in Hannover offen, doch im zweiten Durchgang machte das vom Europapokal gestärkte Team aus der Niedersachsenmetropole durch den eingewechselten Diouf seine berüchtigte Effizienz deutlich und siegte auch in der Höhe verdient.
Die Gastgeber fanden im Prinzip schnell ins Spiel, pflegten ihr gekonntes Forechecking und übten Druck aus. Gefährlichster Offensivposten war Linksaußen Rausch, der sich am Anfang besonders oft vorne einschaltete und immer wieder den Abschluss suchte. Auch wenn Köln nach zehn Minuten durch Novakovic und Ishak kurz hintereinander die bis dato beste Möglichkeit verbaselte, gab es wenig an der Dominanz der Hausherren zu rütteln. Das 1:0 nach 19 Minuten entsprach dem Spielverlauf, Schlaudraff war noch an Rensing im FC-Tor gescheitert, doch Stindl verwertete die zweite Chance. Danach schaltete 96 mehr als einen Gang zurück, aber die Geißböcke nutzten ihre Spielräume über weite Strecken zuwenig, leisteten sich zu viele Fehler im Aufbau. Zwei Minuten vor der Halbzeit fand Köln jedoch unerwartet eine Lücke, machte nach einem Eckball durch Pezzoni per Kopf den Ausgleich.
Die Gäste spielten auch nach dem Wechsel anfangs mehr als nur auf Augenhöhe, liefen der Slomka-Elf aber schnell in die von 96 erhofften Konter. Diouf, inzwischen im Spiel, verpasste das 2:1 nach 51 Minuten, aber auch der FC hatte die Führung auf dem Fuß, doch Novakovic verpasste sie gleich zweimal (57. und 59.). Zwei Minuten später war Rausch einmal mehr in den gegnerischen 16er geprescht, diesmal unsanft von Sereno gebremst und mit einem wohlwollenden Elfer belohnt worden, den Schlaudraff sicher verwandelte (61.). Ab sofort lief die Partie absolut nach dem Geschmack der Kontermannschaft aus Hannover. Köln stürmte zu offen in Richtung erneuten Ausgleich, so dass sich entsprechende Räume für die schnellen Gegenzüge der Gastgeber ergaben. Diouf ließ sich die Vorlage von Ya Konan nicht mehr vermiesen und schenkte dem Gast das 3:1 wie ein echter Profistürmer ein (67.). 96 überließ Köln weiterhin gönnerhaft die Regie im Mittelfeld, lauerte aber wie eine Schlange auf die kleinste Möglichkeit zum Beutemachen. Die Stürmer Ya Konan und Diouf hatten tolle Möglichkeiten bei weiteren bissigen Gegenzügen, mussten sich aber meist den Torwartkünsten von Rensing beugen. Erst als Stindl per Kopf am Kölner Keeper scheiterte, war Diouf nochmals als Torschütze gefragt und erfüllte seine Aufgabe - ebenfalls mit dem Schädel (83.). Der Rest war bei diesem Spielstand nur noch etwas mehr als Auslaufen.
Ulrich Merk
Wir spielen am Besten, wenn der Gegner nicht da ist.
— Otto Rehhagel