Am 22. August wird die Saison 2014/15 angepfiffen. In den kommenden Wochen werden an dieser Stelle in loser Reihenfolge die 18 konkurrierenden Klubs aufgeführt, beginnend mit den beiden Aufsteigern.
Der Erstligaaufstieg des in seiner Vereinsgeschichte durch etliche Fusionen veränderten SC Paderborn 07 kam für die allermeisten Beobachter sehr überraschend. Unter dem neuen Trainer André Breitenreiter mussten die Westfalen lediglich dem 1. FC Köln den Vortritt lassen. Andere, finanzstärkere und vor allem prominentere Kontrahenten wurden auf Distanz gehalten. Die 63 erzielten Treffer waren der zweitbeste Wert in der 2. Liga und stehen durchaus repräsentativ für die offensivfreudige Spielweise des Vereins. "Wir werden unserer Spielphilosophie treu bleiben und offensiv ausgerichtet bei guter Ordnung auftreten. Das schnelle Umschaltspiel liegt meiner Mannschaft und soll auch in der Bundesliga ein Pluspunkt für uns sein", hat Breitenreiter angesichts des Aufstieges keine Veränderung des Spielsystems angedacht; die neu verpflichteten Duksch, Stoppelkamp, Quali und Kutschke bestätigen die Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses. Ob das 53. Mitglied der Bundesligageschichte sich wird behaupten können, ist eher fraglich. Ein 15 Mio. Euro Etat und ein Stadion (Benteler-Arena) das nur 15.000 Zuschauern Platz bietet sind keine idealen Voraussetzungen. "Wir wissen, dass wir vermutlich der größte Außenseiter aller Zeiten sein werden. Aber auch daraus können wir Kraft und Motivation ziehen. Schon im vergangenen Jahr haben wir eine große Überraschung geschafft, als uns der Aufstieg eigentlich nicht zugetraut wurde", lässt sich Breitenreiter nicht ins Bockshorn jagen.
Den Klassenerhalt benennt auch der andere Aufsteiger, der 1. FC Köln, als Zielvorgabe. "Für uns geht es eindeutig um den Klassenerhalt, und der fängt mit Platz 15 an. Das ist die Platzierung, die wir ausgeben", erklärt Sportdirektor Jörg Schmadtke. Von der souverän eingefahrenen Zweitligameisterschaft will man sich nicht blenden lassen. Gewiss gilt es auch, den Erwartungsdruck der Fans im Zaum zu halten, deren Interesse am ersten Bundesligameister (1963/64) sich gerade in einem neuem Rekord entladen hat: Acht Mio. Euro Umsatz machte der FC während der vergangenen Saison mit Merchandising. Eine kleine Euphoriebremse sportlicher Natur sind das verletzungsbedingte Fehlen von Helmes und Nagasawa zu Beginn der Saisonvorbereitung, was Trainer Peter Stöger allerdings nicht als bedeutend einschätzt. Für extravagante Trainingsübungen ist der Österreicher nicht zu haben: "Ich bin kein Freund davon, über heiße Kohlen oder in einen Klettergarten zu gehen oder Steine ins Wasser werfen zu lassen. Wir werden den Spielern an freien Nachmittagen Dinge anbieten, die sie machen können. Ob sie es dann nutzen, ist ihre Entscheidung". Direkt vor dem zweiten Trainingslager verkleinerte der FC seinen üppigen Kader - fünf Profis (Thiel, Schuhen, Bigalke, Nascimento, Golobart) mussten gehen. Für Stöger eine richtige und notwendige Entscheidung: "Wir sind auf allen Positionen gut aufgestellt."
Wir haben bald ein eigenes Krankenhaus.
— Rudi Assauer über Verletzungssorgen