Bereits am Freitag steht eine Partie an, die einen Platztausch der Konkurrenten (Freiburg vs. Frankfurt) möglich macht. Am Samstag geht es zwischen Augsburg und Hoffenheim um Relegationsrang 16. Am Sonntag versucht sich dann Ludwig Preis, der neue Übungsleiter der SpVgg, daran, den Kleeblättlern das Glück zurück zu bringen.
Der mit einer ordentlichen Prise an Nachbarschaftsduellen (geografisch wie tabellarisch) durchsetzte 23. Spieltag beginnt mit einer für den vorderen Tabellenbereich wichtigen Partie. Freiburg empfängt Frankfurt. Gästecoach Armin Veh entdeckt Gemeinsamkeiten der beiden Überraschungsteams: „Sie haben wieder einen eigenen Spielstil, wir auch. Sie haben ein paar richtig gute Spieler im Team, die auch bei größeren Vereinen der Liga spielen könnten. Die Qualität der Mannschaften ist ähnlich“. Sein Breisgauer Pendant Christian Streich formuliert ein verstecktes Lob: „Es sind nicht wenige Dinge, auf die es bei diesem Gegner zu achten gilt.“ Der Eintracht fehlen mit Lakic (Rückenprobleme) und Inui (Sperre) zwei wichtige Offensivkräfte.
Im Spiel des FC Bayern gegen Werder Bremen feiert Jupp Heynckes genau 1.000 Bundesligaeinsätze. 369 Mal war er davon als Spieler auf Torjagd (220 Treffer), die anderen 630 Termine managte er vom Spielfeldrand. Ein Erfolg des Jubilars ist angesichts der Ausgangslage nicht unwahrscheinlich. Drei Samstagspartien versprechen, hoch spannende Positionskämpfe zu werden. Zunächst einmal hat Hannover 96 die Chance, mit einem Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV ganz eng an den Rivalen heranzurücken. Allerdings müssen die 96er die Enttäuschung des EL-Ausscheidens verarbeiten, und der HSV erscheint derzeit recht stabil. Mutmaßlich wird Adler wieder ins Tor der „Rothosen“ zurückkehren. Dann streiten die Südklubs VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg darum, wer, zumindest perspektivisch, die vordere Tabellenhälfte anpeilen kann. Stuttgart erhielt Rückenwind durch den EL-Achtelfinaleinzug. Club-Trainer Michael Wiesinger sieht seine Franken aber nicht chancenlos: „Wir rechnen uns natürlich schon etwas aus“. Der Ex-Stuttgarter Gebhardt wird nicht mitmischen können, Maks Einsatz ist fraglich. Ein „Sechs-Punkte-Spiel“ steht an, wenn der FC Augsburg gegen Hoffenheim um Relegationsplatz 16 spielt. „Wir können unter der Woche viel reden und die Jungs vorbereiten, aber wichtig ist der Samstag …“, bringt TSG-Coach Marko Kurz es auf den Punkt.
Der FSV Mainz und Schalke hatten in der Liga zuletzt nicht viel Grund zur Freude. Beide Teams könnten in Heimspielen den Abwärtstrend bremsen, die 05er gegen den VfL Wolfsburg, die 04er gegen die Fortuna. „Düsseldorf ist sicherlich keine Laufkundschaft …“, unterstreicht Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes, sieht sich und seine Teamkollegen nach dem CL-Erfolgserlebnis in Istanbul aber in der Pflicht „ …definitiv nachlegen zu müssen.“ VfL-Trainer Dieter Hecking mahnt seine „Wölfe“ an, in Mainz umgehend auf volle Betriebstemperatur zu schalten: „Wenn man gegen diese Mannschaft zunächst abwarten möchte, kann man nach einer Viertelstunde die Koffer packen, in den Bus steigen und nach Hause fahren.“
Robert Lewandowski braucht am Sonntag zum BVB-Gastspiel bei Borussia Mönchengladbach seinen Koffer erst gar nicht auszupacken. Die Schwarzgelben kämpfen noch darum, die Drei-Spiele-Sperre des Goalgetters zu verkürzen, bei den „Fohlen“ fehlt er jedoch definitiv. Das zweite Sonntagsspiel führt die durch das EL-Aus ernüchterte Bayer-Elf zum Tabellenletzten Greuther Fürth. Dort versucht Ludwig Preis, zuvor für die U 23 der SpVgg zuständig, als Interimslösung die Geschicke des Aufsteigers in eine positive Bahn zu lenken. „Wir hoffen, dass wir den Knoten lösen können“, sagt Preis, der, unterstützt vom Sportlichen Leiter Rouven Schröder, die Nachfolge Mike Büskens’ antritt.
Hallo, hier ist Nürnberg, wir melden uns vom Abgrund.
— BR-Reporter Günther Koch bei der legendären Radio-Schlusskonferenz zum Bundesliga-Saisonfinale am 29. Mai 1999.