Der Sieg gegen die Färöer war nicht gefährdet, doch wies Joachim Löw zurecht darauf hin, dass an der Effizienz gefeilt werden müsste. Die Innenverteidiger Mertesacker und Boateng, defensiv kaum gefordert, brachten den Erfolg in die Spur.
Ein flotter Auftakt: Benjaminsen (1.) und Justinussen (7.), der sich im Spielverlauf mehrfach resolut durchsetzte, kamen früh zu ordentlichen Torchancen für die Gastgeber, die danach jedoch in der eigenen Hälfte eingeschnürt wurden. Von Khedira ging der erste gute Abschluss der DFB-Elf aus (4., links vorbei), die nicht lange brauchte, ihren Rhythmus zu finden. Schnelle Abspiele, Positionswechsel, freie Anspielstationen und Zug zum Tor - es gab wenig zu kritisieren. Dass der Ball angesichts der zahlreichen Möglichkeiten nicht angemessen häufig im Netz der Färinger landete, war, wie Joachim Löw später sagte, allerdings ein Manko: „Man erkennt in letzter Zeit immer wieder, dass wir viele Chancen brauchen. Oft fehlt uns die letzte Konsequenz vor dem Tor“. Draxlers abgefälschter Schuss landete nur am Querbalken (5.), Klose scheiterte am guten Färinger Keeper Nielsen (10./30.) sowie am Pfosten (22.), weitere Schussversuche von Draxler, Kroos und Lahm blieben im dichten Abwehrbollwerk hängen und auch Müller konnte das Spielgerät nicht an Nielsen vorbeibringen (20.). So ging man lediglich mit einer durch Mertesacker erzielten, knappen 1:0-Führung in die Halbzeitpause. Der Innenverteidiger drückte den Ball nach einem Eckstoß, von Boateng per Kopf an den langen Pfosten verlängert, volley über die Linie (22.).
An der klaren Überlegenheit der Deutschen änderte sich nach dem Seitenwechsel nichts, nur ließ die Laufbereitschaft rund um den gegnerischen Sechzehner nach. Das Spiel wurde statischer, die Färinger hatten weniger Probleme, ihre stabile Abwehrordnung zu halten. Ein Durchbruch Müllers veränderte die Statik: Nach einem Kontakt von Gregersen im Sechzehner zu Fall gekommen, erhielt der Färinger die Rote Karte und Müller den Elfer zugesprochen, den Özil souverän zum 2:0 umwandelte (74.). An einen Lucky Punch der Underdogs war nun nicht mehr zu denken; Hansson vergab die einzige, noch folgende hochkarätige Chance der Gastgeber per Kopf in der 86. Minute. Zuvor hatte jedoch Müller bereits den dritten Treffer der Deutschen markiert. Nach einer von Lahm ins Zentrum gespielten Flanke ließ Müller den Ball etwas abtropfen und zog dann aus kurzer Distanz ab. Der von einem Färinger Abwehrspieler noch abgefälschte Ball war für Nielsen unhaltbar (84.).
André Schulin
In jedem Fall kann man die Uhr nicht zurückdrehen.
— Michel Platini