Ein 1966er-Held verstorben

von Günther Jakobsen10:45 Uhr | 12.10.2012

Zuletzt gesundheitlich stark angeschlagen starb Helmut Haller, einer der Vizeweltmeister von 1966, 73-jährig. Vor Gründung der Bundesliga ging der Mittelfeldspieler in die italienische Serie A um dort große sportliche Erfolge zu feiern.

Am 11. Oktober verstarb mit Helmut Haller einer der ersten deutschen „Fußball-Legionäre“, die im Ausland große Anerkennung erworben. Der gebürtige Augsburger wechselte 1962 vom BC Augsburg zum italienischen Erstligisten FC Bologna (1962-68), mit dem er 1964 den Meistertitel gewann. Auch seine Karrierefortsetzung in Italien bei Juventus Turin (1968-73) war mit zwei Scudettos (1972 und 1973) erfolgreich. Anschließend kehrte er in seine Heimat, zum mittlerweile in FC Augsburg umgewandelten Stammklub zurück, für den er bis 1979 spielte.

Im Trikot des DFB lief der Offensivspieler Haller 33 Mal auf (13 Tore); darunter waren die Einsätze bei den Weltmeisterschaften 1962, 1966 und 1970. Im Finale der 66er-WM in England erzielte er den 1:0-Führungstreffer der Deutschen. Dieses Turnier war auch mit der netten Anekdote verbunden, dass Haller sich den Ball des Finales schnappte und als Souvenir mitnahm. Erst 1996, während der seinerzeit in England ausgetragenen EM, gab er das Leder zurück. In Italien war Haller zudem im Jahr 1964 der erste ausländische Spieler, der zum „Fußballer des Jahres“ gekürt wurde.



Ich suche regelmäßig neue Spieler, nur rede ich nie darüber. Zur Zeit suche ich einen Stürmer und einen Mittelfeldspieler.

— Colin Todd