Weder das Spätspiel des Samstags noch die beiden Sonntagsspiele brachten die sechs beteiligten Teams signifikant voran. Es gab aber auch keinen Verlierer ...
"Ab der 25. Minute waren wir sehr aggressiv und haben bereits die zweite Hälfte der ersten Halbzeit für uns entschieden", erklärte Jens Keller, warum die verletzungsgebeutelten Schalker dem FC Bayern noch eine Punkteteilung abtrotzen konnten. In der Anfangsphase des Samstagabend-Spiels sah es noch ganz danach aus, als sollten die Münchner die Sache klar für sich entscheiden. "Wir haben in den ersten 25 oder 30 Minuten die wohl beste halbe Stunde der vergangenen sechs Monate gezeigt", meinte auch Pep Guardiola. Lewandowskis Führungstreffer (10.) bestätigte den Verlauf - bis der Faden riss. Ein positives Element in den FCB-Reihen stellte der kurzfristig verpflichtete Xabi Alonso dar. Ohne ein Training mit den Münchnern absolvierte zu haben, funktionierte der Spanier im Mittelfeld der Bayern bestens. Ein wenig Pech haftete ihm allerdings an, als er in der 62. Minute den Ball von der Torlinie schlug, der heranrauschende Höwedes aus Nahdistanz das Leder jedoch mit Körper und (angeschossener) Hand zum verdienten 1:1-Ausgleich über die Linie drückte.
Beide Sonntagsspiele rissen die Zuschauer nicht von den Sitzen, nicht nur weil keine Tore fielen. Den Anfang machte die Partie FSV Mainz vs. Hannover 96. "Es war wichtig, mal in einem Spiel kein Gegentor zu bekommen", konnte FSV-Coach Kasper Hjulmand dem Gekicke noch positives abringen. Bemühen war jedoch beiden Teams nicht abzusprechen. Mainz (besser vor der Pause) und Hannover (besser nach dem Seitenwechsel) vermochten ihre Chancen allerdings nicht zu nutzen, über Torerfolge zu einem couragiertem Auftritt zu finden. Tabellarisch brachte das Remis keine Probleme mit sich, da nach zwei Spieltagen außer Leverkusen kein Team die maximalen sechs Zähler einheimste.
Mönchengladbach hatte bei seinem zweiten Sonntagsauftritt der Saison Glück, aus Freiburg einen Punkt mitzunehmen. Lucien Favres Mannen hielten die insgesamt chancenarme Partie zunächst offen, gerieten in der zweiten Halbzeit jedoch zunehmend in die Defensive. Dem agileren Sportclub bot sich in der 63. Minute die Toptorgelegenheit, als man nach einem Foul an Philipp einen Strafstoß erhielt. Mehmedi haute den Ball jedoch über den Querbalken. "Vor drei, vier Monaten haben wir hier 2:4 verloren und waren dreimal so gut", erinnerte sich Favre, der den Zähler gern mitnahm.
Bayern kann jeder. Schalke muss man wollen.
— Bodo Menze, Ex-Nachwuchskoordinator von Schalke 04.