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Eine Nullnummer zum Genießen

von Günther Jakobsen17:39 Uhr | 18.06.2014

Alle vier Teams der Gruppe H wirkten bei ihrem ersten Turnierauftritt wenig überzeugend; Belgien konnte dank eines leichten Leistungsanstiegs immerhin drei Punkte einsammeln. Viel Spaß machte hingegen der Schlagabtausch zwischen Brasilien und Mexiko (Gruppe A) - obwohl diese Partie torlos blieb.

Geheimfavorit Belgien hielt seine Qualitäten im ersten Gruppenspiel (Gruppe H) ziemlich lange sehr geheim. Genauer gesagt: Es war ziemlich enttäuschend, was Marc Wilmots´ Mannen über die meiste Zeit des Spiels gegen Algerien zustande brachte. Dass man zur Pause mit 0:1 hinten lag, war auch durchaus nicht unberechtigt. Die Nordafrikaner konzentrierten sich darauf, in der eigenen Hälfte ein möglichst undurchlässiges Defensivnetz aufzubauen und bei Balleroberung sporadische Gegenangriffe zu forcieren. Einer jener raren Vorstöße führte zum Erfolg, als Vertonghen Feghouli im 16er foulte und der beim FC Valencia unter Vertrag stehende Stürmer den Elfer persönlich verwandelte (25.). Durch den zur zweiten Hälfte eingewechselten Mertens konnten die Belgier dann einige ansatzweise gefährliche Aktionen in Algeriens Strafraum inszenieren, den Knoten löste jedoch der ebenfalls später eingewechselte Fellaini mit seinem Kopfballtreffer (70.). Erst jetzt wirkte Belgien selbstsicher. Mit einem schnellen Gegenstoß - der lange wirkungslose Hazard setzte Mertens erfolgreich in Szene (80.) - entschied der Favorit das Spiel doch noch zu seinen Gunsten.

Im Topspiel des Tages konnte sich der Favorit nicht durchsetzen. Brasilien hatte gegen Mexiko (Gruppe A) zwar die eindeutig größere Zahl an guten Torchancen auf dem Stiefel - im gegnerischen Kasten konnten Neymar & Co. das Spielgerät jedoch nicht unterbringen. Schuld daran war häufig der exzellent parierende Schlussmann von El Tri: Guillermo Ochoa. Obwohl keine Tore fielen, konnte man das Match getrost als Spektakel bezeichnen. Schiedsrichter Cakir knauserte mit Unterbrechungen, was vor allem in der vogelwilden Anfangsphase irritierte. Die generöse Linie des Unparteiischen zahlte sich jedoch aus. Das temperamentvolle Spiel artete nicht in übertriebene Härten aus. In einer Phase, anfangs der zweiten Halbzeit, gelang es den Mexikanern über längere Zeit, die Spielkontrolle zu übernehmen. Sie offenbarten dabei Schwächen der brasilianischen Defensive, vornehmlich auf den Außenpositionen. Auch der im ersten Gruppenspiel noch so überzeugende Oscar blieb in diesem Spiel blass; bester Akteur des WM-Gastgebers war Abwehrchef Thiago Silva.

Das um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit angepfiffene Spiel zwischen Russland und Südkorea (Gruppe H) blieb hinter den Erwartungen zurück. Mit der herausgespielten 1:1-Punkteteilung konnten sich die Kontrahenten indes arrangieren - einen Sieger hatte diese ohne große Höhepunkte ablaufende Partie auch nicht verdient. Kribbelnde Strafraumszenen blieben aus, da die Russen wie mit angezogener Handbremse agierten und auch Südkorea nicht sein gefürchtetes Stilmittel einsetzte, den Gegner auf nahezu allen Bereichen des Platzes mit Pressing unter Druck zu setzen. Akinfeev, der einen wirklich schwachen Tag erwischte, musste sich die 1:0-Führung der Asiaten ankreiden lassen: Einen unplatzierten Distanzschuss von Keun Ho Lee ließ Russlands Schlussmann durch die Finger flutschen (68.) - ein Patzer, den sein kurz darauf eingewechselter Teamkollege Kherzakov gerade noch auszubügeln vermochte (74.).

André Schulin



In 15 oder 20 Jahren? Da leben wir beide schon gar nicht mehr.

— Stefan Effenberg zu einem Journalisten.