Confederations Cup - News

Eine weitere Steigerung der Brasilianer

von Günther Jakobsen13:33 Uhr | 23.06.2013

Es ging zwar "nur" noch um den Gruppensieg, doch die beiden Weltklasseteams zeigten volles Engagement und boten eine spannende Dramaturgie mit großem Unterhaltungswert. Beim Abpfiff hatte die offensiv stärkere Formation die Nase vorn.

Italien fand sich kurz nach dem Anpfiff in einem angespannten Defensivkampf wieder, denn die Gastgeber legten extrem druckvoll los. Jedoch kam einzig Hulk (1.) zu einem gefährlichen Abschluss, der allerdings bei Keeper Buffon endete. Stetig aber stellte sich die Prandelli-Elf auf das hauptsächlich den Ball führende Team ein und reduzierte effektiver den Spielraum der brasilianischen Spitzen. Nur selten tauchten dagegen die Südeuropäer im 16er der Hausherren auf (16., Balotelli), mussten sich ansonsten vorwiegend in der eigenen Spielhälfte dem künftigen WM-Gastgeber stellen. Die zweite gute Möglichkeit fiel Neymar zu, doch er verzog seinen Linksschuss leicht, der flach am rechten Pfosten vorbei strich (23.). Es folgten härtere Zweikämpfe, bei denen sich zuerst Abate, dann David Luiz verletzten, die beide ersetzt werden mussten. Zuvor hatte Montolivio bereits passen müssen, dem wohl ein Schwächeanfall das Weiterspielen unmöglich gemacht hatte. Für David Luiz kam unter großem Beifall der FC-Bayern-Innenverteidiger Dante in seinem Geburtsort in die Partie. Zwar begann er mit einem bei ihm ungewohnten Über-den-Ball-schlagen, dann aber sollte er zur entscheidenden Figur vor der Pause aufsteigen. In der Nachspielzeit zirkelte Neymar eine Freistoßflanke vor das gegnerische Tor, Mittelstürmer Fred köpfte aufs Tor, Buffon wehrte zur Seite ab, doch Dante war zur Stelle und kickte die Kugel über die Torlinie.

Brasilien startete auch den zweiten Durchgang rasant, wobei Oscar und Gustavo erste gute Chancen liegen ließen. Ein perfekter Konter bremste die Scolari-Truppe jedoch kurzzeitig aus. Buffons langer Abschlag wurde per Hacke von Balotelli auf Giaccherini weitergeleitet, der plötzlich über die rechte Seite freie Fahrt hatte und Julio Cesar mit seinem platzierten Schuss ins lange Eck erstmals in diesem Turnier überwand (51.). Unbeeindruckt suchte Brasilien sogleich wieder die Offensive und ging schnell wieder in Front. Nach einem Foul am Strafraumrand nahm der gefoulte Superstar Neymar selbst Maß und platzierte das Spielgerät ins rechte (Torwart-) Eck von Buffon, der bei ähnlichen Anforderungen schon besser ausgesehen hatte (55.). Der Rekordweltmeister legte zudem elf Minuten später verdient auf 3:1 vor. Diesmal hatte sich Fred nach Vorarbeit von Marcelo im 16er durchgesetzt und Buffon überwunden (66.). Weitere fünf Minuten später war der Vorsprung jedoch wieder auf ein Tor zusammengeschmolzen. Chiellini hatte ein Durcheinander vor dem brasilianischen Tor genutzt, weil Schiri Irmatov zuerst auf Elfer (Gustavo an Balotelli), dann aber doch auf Tor entschied, weil er Chiellini den erfolgreicheren Vorteil zusprach (71.). Plötzlich aber belagerten die Italiener intensiv den Strafraum der Selecao. Ein Lattenkopfball von Maggio (79.) und eine Möglichkeit für Balotelli (81.) hätten fast den Ausgleich gebracht, doch ein Konter Brasiliens entschied die Partie endgültig. Buffon ließ einen Schuss von Marcelo nach vorne abprallen und Fred staubte zu seinem zweiten Treffer ab (88.). Damit hatte sich das Heimteam den Gruppensieg gesichert.

Ulrich Merk



Das Lachkabinett geht weiter und jeder blamiert sich so gut, wie er kann.

— Rudi Assauer, Manager Schalke 04, über die ,,Trainer-Findungskommission" des DFB.