Im Stile einer Turniermannschaft fanden die US-Frauen immer besser in das Turnier. In den Spielen der K.o.-Phase wurde ihre Überlegenheit immer deutlicher - das bekam im Finale auch der entthronte Champion aus Japan zu spüren.
Dem Endspiel mangelte es nicht an Unterhaltungswert, wenngleich die Frage nach dem Sieger bereits nach einer guten Viertelstunde entschieden war. Ehe das japanische Team ein Bein auf die Erde bekam, führten die US-Ladies bereits mit 4:0! Carli Lloyd, die schon während des gesamten Turniers in exzellenter Weise aufspielte, schaltete innerhalb des japanischen Strafraumes jeweils nach ruhenden Bällen am schnellsten und schnürte einen äußerst frühen Doppelpack (3./5.). Durch diesen Doppelschlag längst nicht gesättigt, hielten die Amerikanerinnen den Druck hoch. Nach einer missglückten Abwehr Iwashimizus rauschte Holiday heran und zimmerte volley zum 3:0 rein (14.). Für den spektakulärsten Treffer war dann wieder Lloyd zuständig, die die aufgerückte japanische Torwartin Kaihori von der Mittellinie mit einer Bogenlampe überwand (16.). Erst danach konnte sich der noch amtierende Weltmeister ein wenig konsolidieren und überraschend sogar auf 1:4 verkürzen: Ogimi traf aus etwa elf Metern (27.).
Ein Kopfball-Eigentor Johnstons, gegen das selbst die vom ersten Spieltag an überzeugende Hope Solo machtlos war, brachte Japan kurzzeitig auf 2:4 heran (52.). Im Anschluss an einen Eckstoß drückte Heath den Ball jedoch unmittelbar darauf zum 5:2-Endstand über die Linie (54.). "Die USA waren einfach sehr stark heute. Am Anfang fand fast jeder Schuss den Weg ins Netz", erkannte Japans Coach Norio Sasaki den Erfolg des Gegners an. "Ich wusste, dass diese Spielerinnen so etwas abliefern können. Sie sind dafür geboren. Je mehr Druck es gab, desto besser wurden sie", jubilierte US-Trainerin Jill Ellis. Es war der dritte WM-Erfolg der Amerikanerinnen, die mit Lloyd (Beste Spielerin) und Solo (Beste Torwartin) Einzelauszeichnungen einheimsten. Beste Goalgetterin wurde Celia Sasic, da sie weniger Einsatzzeit hatte als Lloyd, die ebenfalls sechs Mal traf.
Der FC Bayern war besser, aber zu gutmütig.
— Franz Anton Beckenbauer nach einem 1:3 des FC Bayern München bei Borussia Mönchengladbach.