Während die Niederlande im Achtelfinale der WM 2014 bereits in der Nachspielzeit ihren Gegner Mexiko in die Knie zwangen, musste Costa Rica in Unterzahl gegen Griechenland in dieser Spielphase den Ausgleich hinnehmen und in die Verlängerung. Dort hielten die Ticos den Druck der Griechen stand und waren im Elfmeterduell dank Torwart Navas am Ende im Viertelfinale.
Das Oranja-Team schien alle Stärken der bisherigen WM-Auftritte vergessen zu haben, wirkte lange Zeit gegen Mexiko uninspiriert und matt, als wolle man die Kräfte für die entscheidende Phase der Partie aufsparen. Und letztlich darf man festhalten, dass Robben & Co. dank einer großartigen Leistungssteigerung in der Endphase des Spiels dieses drehten und abschließend als glückliche Sieger die Ovationen entgegennehmen durften. Mexiko hatte über große Strecken der Begegnung frech, intensiv und früh die Holland-Konter-Taktik abgewürgt, selbst die besseren Tormöglichkeiten kreiert und war verdient durch eine schöne Einzelleistung von Dos Santos in Führung gegangen (48.). Bedenklich gewackelt hatte die NL-Defensive bereits vor der Pause, doch im Abschluss war der Außenseiter da noch zu fahrig. Nach dem 0:1 aber zog die Elftal das Tempo merklich an, mit Dupay für den wenig überzeugenden WM-Debütanten Verhaegh kam Schwung in die Offensive, so dass Torwart Ochoa nun sein ganzes Können zeigen musste (58., 74.). Aber erst mit der Einwechslung von Jan Huntelaar kam der Durchbruch für den Favoriten. Zuerst legte er nach einem Eckball per Kopf auf Sneijder zurück, der das Spielgerät gradlinig zum Ausgleich ins Netz fetzte (88.). Dann trat er selbstsicher in der Nachspielzeit zum Foulelfmeter an, den Marquez an Robben verursacht hatte und ließ Ochoa keine Chance. Die Niederlande hatte auf dem letzten Drücker das Spiel gedreht und die Mexikaner waren erneut im Achtelfinale gescheitert.
Im zweiten Achtelfinalmatch des Tages trafen mit Costa Rica und Griechenland zwei Teams aufeinander, die noch nie im Viertelfinale einer WM gestanden waren. Beide Mannschaften waren als mehr oder weniger krasse Außenseiter ins Turnier gestartet, überraschten ihre Konkurrenz in der Vorrunde, indem sie immensen Siegeswillen offenbarten, der ihren Gegnern in dieser überraschenden Art zumeist abging. Im direkten Duell dominierten vor allem die kompakten Abwehrreihen, die mit großem Einsatz den Angreifern kaum Entfaltungsmöglichkeiten ließen. Eine erste kleine Lücke aber nutzte Ruiz vom 16er-Rand mit seinem trockenen Flachschuss ins rechte Toreck - ein Tor wie im Training (52.). Nach zwei Fouls musste in der 66. Minute jedoch Verteidiger Duarte mit Gelb-Rot vom Platz und die Griechen bliesen immer stärker zur Offensive. Dabei bewährte sich Torwart Navas bei den Ticos allerdings als großartiger Rückhalt. Erst in der Nachspielzeit konnte Dortmunds Innenverteidiger Sokratis im Nachschuss zum späten Ausgleich einnetzen. In der Verlängerung gingen vor allem die Mittelamerikaner in Unterzahl alsbald "auf Brustwarzen", erkämpften aber gegen den optisch überlegenen, aber ansonsten im Sturm meist einfallslosen Gegner das Elfmeterschießen. Hier trafen bis zum vierten Schuss der Griechen, den Gekas zu absolvieren hatte, alle Schützen ins Netz. Der ehemalige Bundesligatorschützenkönig aber scheiterte am großartigen Navas. Umana trat zuletzt an, traf sicher und der große Außenseiter war im Viertelfinale.
Ulrich Merk
Darf ich bitte mitspielen? Ich bin nicht schlechter als Ibisevic.
— Legendäres Plakat eins Fans des VfB STuttgart, 7. Februar 2015, nach einem 0:2 gegen den FC Bayern München.